BERNE - „Papa!“ Nur noch eine einzige Runde will der kleine Nachwuchsreiter auf den Ponys reiten. Eine Standard-Szene bei der Ferienspass-Aktion des Reitvereins Sturmvogel. Natürlich gab der Vater nach – und konnte sich die nächste Zeit bei Waffeln stärken. Denn die Schlange der Reitwilligen war lang. Wieder und wieder kletterten die Kinder auf eines der unverdrossenen Ponys.

Beim Warten prüften die 30 Nachwuchs-Reiter untereinander ihr Fachwissen. Welche Bücher zur Fell- oder Stallpflege liest der Sitznachbar, welche Pferde-Serien schaut er sich regelmäßig an? Wer kennt die einzelnen Ponys beim Namen? Prüfenden Blickes verfolgten sie derweil die Runden der anderen Kinder oder bewerteten die Haltung beim Voltigieren. Besonderes Interesse galt der Figur „Fahne“ Dafür mussten sich die Mädchen und Jungen auf den Pferderücken knien und mit den Händen vorne am Voltigiergurt festhalten. Dann wurde der linke Arm und das rechte Bein ausgestreckt. Eine für Anfänger kniffligere Koordinations-Aufgabe, als es den Anschein hat.

„Ich bin auch eigentlich erst einmal geritten“, gibt Sina zu. Bei einer Freundin sei das gewesen. „Aber deren Pony mag mich nicht. Da reite ich jetzt nicht mehr.“ Deswegen findet sie die „richtig großen Pferde“ besser als die kleinen. Wobei „klein“ relativ ist. Die Ponys vom Reit- und Fahrverein Sturmvogel (RuFV) seien ihr schon groß genug. Die siebenjährige Janne freut sich ebenso über die Tiere. Pferde seien sowieso super, sagt sie. Schließlich könne man auf ihnen reiten, da müsse man nichts weiter begründen.

Zwar genossen auch mehrere Jungs die kleinen Ausritte. Aber die weiblichen Teilnehmer waren klar in der Überzahl. „Das ist ja meistens so“, lacht Nicole Szemeitzke vom RuFV Sturmvogel, die die Veranstaltung zusammen mit ihrer Jugendwart-Kollegin Ira von Oesen organisierte. Im Vorfeld habe man sogar ausschließlich mit kleinen Reiterinnen gerechnet. „Wahrscheinlich interessieren sich viele Jungs einfach mehr für schnellere Sachen, rasantere Sache“, erklärt Tomma.

Trotzdem findet die Achtjährige es gut, „dass überhaupt ein paar gekommen sind. Sonst wäre das langweilig.“