BERNE - Über Armut redet man nicht. Armut, das ist ein Fall fürs Sozialamt, vielleicht auch für die Kirchen, mag manch einer denken.
Doch sie ist da. Auch in Berne. Schon seit längerer Zeit befassen sich Kindergärten und Schulen mit dem Thema. Da geht es dann um Kinder, die ohne Frühstück in den Kindergarten kommen oder um Kinder, deren Familien das Geld für eine Klassenfahrt nicht aufbringen können. Wenn dann der Präventionsrat das „Frühstück mit Freunden“ ins Leben ruft oder sich Gedanken über eine Außenstelle der Delmenhorster „Tafel“ in Berne macht (die NWZ berichtete), wird zumindest das Nachdenken über Armut öffentlich.
Hedwig Stracke-Berkhout, Sozialarbeiterin der Gemeinde Berne, schätzt, dass es in der 7200-Einwohner-Gemeinde Berne zirka 300 so genannte Hilfebedürftige und Bedarfsgemeinschaften gibt, die von Armut bedroht sind. Wobei eine Bedarfsgemeinschaft nicht nur Paare, sondern auch ganze Familien umfassen kann. Allen gemeinsam ist, dass sie vom Arbeitslosengeld II leben müssen. „Rund 20 Prozent dieser Gruppe dürften die Leistungen der ,Tafel‘ in Anspruch nehmen“, schätzt Stracke-Berkhout. Zurzeit werden alle Haushalte via Zeitung und Gemeindebrief über das Angebot der „Tafel“ informiert. Stracke-Berkhout: „Wir wollen die nächsten 14 Tage abwarten und sehen, wie die ,Tafel‘ nachgefragt wird.“
Aufgrund der Organisationsstruktur der „Tafeln“ – es gibt in Standorte in Nordenham, Oldenburg und Delmenhorst – wird es in Berne allenfalls eine Außenstelle der Delmenhorster Tafel geben. Ob dazu eigene Räumlichkeiten angemietet werden müssen oder ob die Abgabe von Lebensmitteln in der CVJM Station am Breithof beziehungsweise bei der „Tafel“-Außenstelle in Hude ausreicht, wird sich zeigen, meint die Sozialarbeiterin.
Über weitere Helfer würde sich der Präventionsrat sehr freuen. Informationen zum Thema gibt es unter 04406/941325 (Stracke-Berkhout).
