Berne - Auch wenn am Ende eine einstimmige Beschlussempfehlung stand, wurde im Berner Ausschuss für Gemeindeentwicklung einmal mehr deutlich, dass es beim Thema „Stadtumbau West“ noch viele Fragen gibt. So meldeten sich zahlreiche Bürger in den beiden eingeschobenen Einwohnerfragerunden zu Wort, die mit dem Entwurf des Verkehrskonzeptes für die Lange Straße nicht einverstanden sind. Den einen sind die geplanten Bordsteine zu hoch, den anderen der Gehweg auf der Südseite zu schmal und vor allem Landwirte befürchten Probleme beim Begegnungsverkehr in der engen Ortsdurchfahrt.

Die Gegebenheiten seien aber nun einmal so, wie sie sind, betonte Dipl.-Ing. Heinz Mazur vom Planungsbüro PGT Umwelt und Verkehr (Hannover). Es gehe darum, den vorhandenen Platz für alle Verkehrsteilnehmer optimal zu nutzen.

Insbesondere aus Gründen der Barrierefreiheit seien Bordsteinkanten als Orientierungshilfen und Tastkanten für Menschen mit Beeinträchtigungen unerlässlich. „Klar, dass wir dabei möglichst niedrige Borde anstreben.“

Einen durchgängig niveaugleichen Ausbau lehnte Mazur ab, insbesondere aus Sicherheitsaspekten. „Die Lange Straße bleibt eine Hauptstraße. Da kann es nicht sein, dass wir eine Scheinfußgängerzone daraus machen.“ Auch sei keine „verkehrsberuhigte Zone“ geplant, vielmehr die Ausweisung einer 20-km/h-Zone als „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ zwischen Kreuzung Weserstraße und Kulturmühle.

An beiden Eingangsbereichen sollen so genannte Minikreisel – die für Busse und Landwirtschaftsmaschinen überfahrbar sind – mit Zebrastreifen die besondere Verkehrssituation deutlich machen. Der Radverkehr müsse auf der Fahrbahn geführt werden, weil die Voraussetzungen für Radwege nicht gegeben seien. Die Fahrbahn selbst werde eine Regelbreite von 4,75 Metern aufweisen – „aber nicht durchgängig“.


Für eine weitere detaillierte Planung bedürfe es nun vor allem aber, so betonte Mazur, eine Vermessung. Erst auf deren Grundlage soll auch festgelegt werden, wie viele Querungen („vielleicht fünf“) angelegt werden und wo, wie viele Platzbereiche möglich sind und wie viele Parkplätze („maximal drei bis vier Stellplätze“) im Straßenverlauf.

Den Weg dahin machte der Ausschuss frei. In der Beschlussempfehlung sind mindestens vier Platzbereiche/Übergangsbereiche vorgesehen, die Höhe der Rundborde auf maximal acht Zentimeter festgelegt, die Fahrbahnausführung in Asphalt und in den Überwegungsbereichen in Pflaster vorgesehen sowie eine Gehwegbreite von 2,5 Metern auf der nördlichen Seit sowie eine anzustrebende Gehwegbreite von 1,5 Metern auf der südlichen Seite genannt.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)