Berne - Rund 1400 Fahrzeuge werden wohl zusätzlich über den Schwarzen Weg in Berne rollen, wenn die Ortsdurchfahrt Berne saniert und umgestaltet wird. „Das ist machbar. Sie können Ihre Ortsdurchfahrt ausbauen, am besten etappenweise.“ Das ist die Prognose, die Dipl.-Ing. Heinz Mazur vom Büro PGT Umwelt und Verkehr aus Hannover am Dienstagabend den Mitgliedern des Ausschusses für Gemeindeentwicklung präsentierte.
Mazur stellte ein Konzept zur Verkehrsplanung während der Bauphase an der Langen Straße und nach der Freigabe der Ortsumgehung B 212 neu vor. Grundlage hierfür war die kameragesteuerte Beobachtung des Straßenverkehrs an den wichtigsten Knotenpunkten im Berner Zen-trum. Demnach würden derzeit rund 8500 Fahrten täglich durch Berne führen, rund 3000 Fahrten davon würden auf den Durchgangsverkehr über die Lange Straße entfallen. Außerdem wurden rund 1200 LKW-Fahrten am Tag gezählt. „Dazu gehören alle Fahrzeuge ab 3,8 Tonnen, also auch Paketdienste“, sagte Mazur. Der Fachmann geht „von einer enormen Entlastungswirkung durch die neue Umgehung“ für den Ortskern aus: „Vor allem die LKW-Zahlen nehmen drastisch ab.“
Mit insgesamt 3500 Fahrten innerhalb von Berne sei nach Fertigstellung der Ortsumgehung zu rechnen. Dann könne die Lange Straße in mehreren Etappen in Angriff genommen werden. Der Schwarze Weg würde dann als Umleitungsstrecke mit rund 1400 Fahrzeugen täglich belastet werden, Lastwagen – rund 100 am Tag – würden dort aber lediglich in Gestalt von Paket- und Lieferfahrzeugen durchfahren.
Was die Gestaltung der Ortsdurchfahrt angeht, stellte Heinz Mazur manche zuvor angestellte Überlegung auf den Kopf: Den vorgesehenen Kreisverkehr im Bereich Lange Straße/Weserstraße hält er mit 30 Metern Durchmesser für völlig überdimensioniert. „Die Platz- und Abbiegeverhältnisse wären kritisch, für Fußgänger gibt es Engbereiche“, so Mazur: „Die Planung müsste deutlich verändert werden.“ Er schlägt einen Mini-Kreisverkehr mit einem Durchmesser von lediglich 22 Metern und einer mittigen Erhebung vor. Dieser Kreisverkehr könne von großen Fahrzeugen überfahren werden und in den Randbereichen gebe es deutlich mehr Platz für alle anderen Verkehrsteilnehmer.
Für nicht realistisch hält der Diplom-Ingenieur auch die Planung mit einer lediglich vier Meter breiten Fahrbahn: „4,75 Meter und verlängerte Ausweichstellen wären besser.“ Dann sei auch ein mindestens zwei Meter breiter und barrierefreier Gehweg auf einer Straßenseite realisierbar und der Begegnungsverkehr – selbst mit landwirtlichen Fahrzeugen – auf der Fahrbahn möglich.
Ob und in welchem Umfang landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge in Zukunft durch Berne rollen, konnte Mazur nicht abschätzen. Es sei möglich, dass diese Geschosse durch den Ort fahren, aber grundsätzlich solle der landwirtschaftliche Verkehr über die B 212 neu rollen. Dagegen spricht aber eine vorgesehene Mindestgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern, die auf der Ortsumgehung gelten soll – ein Problem, für das erst noch ein Lösungsansatz gefunden werden muss.
Radfahrer sollen nach dem Stadtumbau auf der Fahrbahn der Lange Straße fahren. Mazur: „Der Radfahrer muss die Fahrbahn selbstbewusst nutzen, das funktioniert bei diesem Verkehrsaufkommen auch.“ Von einem kombinierten Rad- und Gehweg hält er in diesem Fall nichts: „Der Radfahrer ist für den Fußgänger eher ein Gefährder.“
Die Höchstgeschwindigkeit solle auf der Durchfahrt 30 Stundenkilometer und in einem Abschnitt, der als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ausgewiesen werden kann, 20 Stundenkilometer betragen.
Mit der Detailplanung für die Lange Straße beschäftigt sich am Freitag, 15. Juni, ein Workshop, ab 14 Uhr in der Kulturmühle. Interessierte Bürger sind ausdrücklich eingeladen. Um Anmeldungen bittet die Gemeinde unter
