Berne - Mit einem Vortrag über die Vor- und Nachteile des bleifreien Büchsenschusses machte Friedel Siekmeier den Auftakt der Jahreshauptversammlung des Hegerings Stedingen. Das sei keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis, machte der Experte eines Munitionsherstellers gleich zu Beginn klar.
Mit allerlei Daten, Zahlen, Tipps und Erfahrungen stieg Siekmeier in das Thema ein, dessen Diskussion hier im Februar 2005 nach dem Fund von vier an Bleivergiftung gestorbenen Seeadlern entbrannte. Wenn nicht neu gewählt worden wäre, sei auch Niedersachsen jetzt „bleifrei“. Es wurde damals allerdings nicht differenziert, um was für Blei es sich handelte. Es hätte schließlich auch von Anglern stammen können, gab der Referent zu bedenken.
Siekmeier begrüßte das Bekenntnis der Großen Koalition in Berlin zur Jagd, mit dem bundeseinheitliche Regelungen für eine Zertifizierung von Jagdmunition mit optimaler Tötungswirkung bei gleichzeitiger Bleiminimierung voran getrieben werden sollen.
Vollmantel-, Teilzerlegungs- oder Deformationsgeschosse wurden anhand von vielen bebilderten Beispielen unter die Lupe genommen und Schalldämpfer thematisiert. Das Fazit am Ende von Siekmeiers Vortrag: Wichtig ist der waidgerechte Schuss – egal ob mit Blei oder ohne.
Herzlich dankte Hegeringsleiter Ingo Wöbken dem Referenten für die interessanten Erkenntnisse, um anschließend in die Tagesordnungspunkte der Versammlung einzusteigen. Enttäuscht war der Hegeringsleiter etwas von der Absage der Krähenjagd im letzten August aufgrund von zu geringer Beteiligung. In bester Erinnerung war dagegen der gemeinsame Besuch des Bunkers Valentin – der 1932 gebaut – genauso alt ist, wie der Hegering.
Unzufrieden war auch Schießobmann Ralf Sillje mit der Beteiligung an den Veranstaltungen. Es käme nicht darauf an, wie man bei Wettbewerben abschneide, sondern wie viele mitmachen, hofft er in diesem Jahr auf mehr Teilnehmer.
Sieben Höckerschwäne – eine gegenüber den Vorjahren hohe Zahl – wurden im Streckenbericht als Fallwild, das auf der Straße oder an Krankheiten verendete, registriert. Während die Zahl des abgeschossenen Rehwilds sich gegenüber dem Vorjahr von 51 auf 97 Tiere erhöhte, ging die Zahl des Fallwilds hier von 45 auf 29 Prozent zurück. Erstmals wurde zudem in Altenesch ein Waschbär erlegt. Marderhunde, die 2017/2018 erstmals mit einem Tier im Streckenbericht auftauchten, hatte sich in diesem Jahr verdoppelt. Ein Rekord konnte außerdem bei der Jagd auf Nutria mit 158 Abschüssen verzeichnet werden. Im Vorjahr waren es 32.
Die Rechte durchzusetzen erfordere Geld, machte Tammo Meents den Mitgliedern klar. Mehrheitlich wurde der auf der Kreisversammlung in Rodenkirchen beschlossenen Beitragserhöhung um 20 Euro zugestimmt. Das Geld werde an die Kreisjägerschaft (8€), den Deutschen Jagdverband (5) und die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) (7€) durchgereicht, hieß es.
Für sein großes Engagement wurde der ehemalige Hegeringsleiter Karl-Bernd Böse mit der Medaille aus Bronze von der LJN ausgezeichnet. Zur 65-jährigen Mitgliedschaft wurde Hans-Dieter Cording gratuliert. Seit 50 Jahren sind Klaus Kunz, Werner Looschen und Fritz Stöver im Hegering. Edgar Liebsch trat vor 40 Jahren ein und Hundeobmann Tobias Tolck vor 25 Jahren.
