BERNE - Ein weißes Kettenfahrzeug hat am Dienstag und Mittwoch den Deich in Ganspe befahren. Nein, mit der Bundeswehr hat das nichts zu tun. Das Fahrzeug ist ein Vorbote für eine geplante Deicherhöhung zwischen dem Fähranleger in Motzen und der B 74 (Fähre Berne/Farge). Auf dem knapp viereinhalb Kilometer langen Teilstück soll die Deichoberkante um durchschnittlich 70 bis 80 Zentimeter erhöht werden.
Aus diesem Grund prüft eine Bremer Ingenieursgesellschaft für Geotechnik derzeit die Beschaffenheit des Deiches. „Wir erkunden im Auftrag des I. Oldenburgischen Deichbandes den Baugrund, denn mittelfristig soll der Deich erhöht werden“, sagt Dr. Gerd von Bloh vom Bremer Grundbaulabor.
Die Sondierung wurde nun im Bereich zwischen Kläranlage Ganspe und Fähre Motzen vorgenommen.
Das Ingenieurbüro wird nach der Baugrunduntersuchung ein Gutachten erstellen, auf dessen Grundlage der Deichband die Kosten für die Erhöhung kalkulieren kann. Die Deicherhöhung soll im Mai kommenden Jahres beginnen. Über die Höhe der Kosten ist bisher nichts bekannt. „Wir befinden uns noch in der Planungsphase“, sagt der Vorsteher des I. Oldenburgischen Deichbandes, Christel Bohn, auf Anfrage der NWZ .
Die Deicherhöhung soll auch dazu genutzt werden, einen Radweg anzulegen. „Wenn wir jetzt an das Projekt herangehen, dann soll das für die nächsten 50 Jahre halten, dann machen wir das richtig“, sagt Bohn. Der Deichvorsteher kündigt an, dass an manchen Stellen der Deich sogar versetzt werden müsse. Um eine drei Meter breite Deichberme gewährleisten zu können, werde die Kläranlage Ganspe wohl abgerissen, kündigt Bohm an.
Im weißen Kettenfahrzeug werden derweil Sonden in den Boden gedrückt. Die Daten aus den sogenannten Spitzenwiderstands- und Mantelreibungsmessungen geben Aufschluss über notwendige Maßnahmen bei der Deicherhöhung. Denn wenn der Deich erhöht wird, muss in der Regel die Kleiauflage aufgenommen und der Sandkern vergrößert werden. Und wie genau verfahren werden muss, hängt von den Messdaten ab.
