Berne - Sie hat sich entschieden, aber leicht gefallen ist es ihr nicht: Lina Wichmann wird ihr „Wäsche-Eck“ in der Weserstraße 28 in Berne im Januar 2016 schließen. „Elf Jahre steckt man nicht einfach so weg“, sagt die 56-Jährige, während sie sich nachdenklich im Geschäft umschaut. Dass hier in wenigen Wochen alles leer geräumt sein wird, kann und will sich die Geschäftsfrau noch nicht vorstellen. Denn mit dem eigenen Laden hatte sie sich 2004 einen Traum erfüllt.

„Vier Jahre lang bin ich täglich zwischen Hude und Leer gependelt“, erzählt Lina Wichmann, „ich war immer zwölf Stunden unterwegs“. Aufgrund der langjährigen Berufserfahrung im Verkauf dachte sie schon länger darüber nach, ein eigenes Geschäft aufzumachen. Vor elf Jahren schließlich fragte sie in dem bereits bestehenden Geschäft in der Weserstraße nach, ob sie sich dort nicht einen kleinen Bereich mit Wäsche einrichten könnte. Im September startete sie auf 30 Quadratmetern Verkaufsfläche. Bereits im Dezember ergab sich die Möglichkeit, den gesamten Laden zu übernehmen – und Lina Wichmann griff nach kurzer Überlegung zu. Vor einigen Jahren hat sie das Geschäft noch einmal erweitert, Seitdem bietet sie Wäsche und Strickwaren sowie Schreibwaren, Schul- und Bastelbedarf auf 180 Quadratmetern an.

„Anfangs habe ich oft den Satz gehört: Ach, in Berne ist es schwer“, erzählt die Geschäftsfrau. Doch das könne sie nicht bestätigen. „Meine Kunden sind schnell zu Freunden geworden“, berichtet sie. Manche hätten nur mal eben „Moin“ gesagt und einen kurzen Schnack mit ihr gehalten, oft wurde beim Verkauf aber auch über Privates gesprochen. „Und viel gelacht wurde hier auch.“

Ihre Kunden kamen nicht nur aus Berne und Umgebung, sondern auch aus Städten wie Delmenhorst oder Oldenburg. „Ich hatte sogar eine Kundin aus Stuttgart, die alljährlich hier Urlaub gemacht hat und sich dann bei mir immer ihre neue Unterwäsche gekauft hat“.

Diesen engen Kontakt werde sie vermissen, ist sich Lina Wichmann sicher. Doch die Entscheidung, das Geschäft zu schließen, sei richtig: „Jetzt ist die Zeit gekommen, wo ich für meine Familie da sein möchte“. Beibehalten wird sie nur ihre regelmäßigen Beratungen in Senioreneinrichtungen.


Während sich Lina Wichmann nun langsam auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet, denkt sie besonders an ihre Freundin Doris. „Sie hat mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.“

Torsten Wewer
Torsten Wewer Kanalmanagement