Stenum - Als Patientenbeauftragte ist sie angefangen, heute ist sie Patientenfürsprecherin. „Ich mache aber dasselbe, nur der Name ist anders“, sagt Claudia Wendt lachend. Seit einem Jahr ist die 51-Jährige einmal wöchentlich in der Fachklinik für Orthopädie in Stenum unterwegs, um sich um Anliegen der Patienten zu kümmern.

Und die beschäftigt in erster Linie die räumliche Situation. Ein Handtuchhaken, der zu hoch angebracht ist, eine Duschabtrennung, die nicht richtig befestigt ist, oder auch ein Tisch, der so ungünstig steht, dass man mit dem Rollator nur schwer vorbeikommt, waren repräsentative Beispiele, zählt Claudia Wendt auf. Beschwerden über das Personal gebe es nur selten. Natürlich gingen ihr auch einige Gespräche nahe, gerade wenn Patienten lange in der Klinik liegen würden, berichtet die gelernte Industriekauffrau, die vorher keinen Bezug zum Gesundheitswesen hatte – braucht sie auch nicht, denn medizinische Ratschläge darf sie gar nicht geben.

Eine externe Ansprechpartnerin sei ein großer Vorteil, so Daniela Wolff, Pressesprecherin der Klinik. „Viele ältere Patienten sind zurückhaltend. Sie haben Angst, dass sie schlecht behandelt werden, wenn sie sich beschweren.“ Etwa 60 Prozent der Patienten seien zufrieden, 30 Prozent sogar sehr, und nur zehn Prozent des 61-Betten-Hauses seien unzufrieden.

Gibt es Kritik, wendet sich die Patientenfürsprecherin an Klinik- und Pflegedienstleitung sowie das offizielle Beschwerdemanagement der Klinik – aber nur, wenn der Patient das auch wünscht. Grundsätzlich ist sie zur Verschwiegenheit verpflichtet. Normalerweise würden die Patienten sie aber davon entbinden.

In den ersten vier Monaten bot die Elmeloherin einmal wöchentlich eine einstündige Sprechstunde im Wintergarten der Klinik an. Die Resonanz war jedoch gering. Seitdem geht sie mittwochs ab 14.30 Uhr zwei bis drei Stunden durch die Zimmer. Auch mit englischsprachigen Patienten kann sie sich gut verständigen. Außerdem hat sie einen eigenen Briefkasten in der Klinik und ist per Telefon und E-Mail zu erreichen.


Gesetzlich sind Krankenhäuser seit dem 1. Juli 2015 verpflichtet, mindestens eine Patientenbeauftragte oder einen Patientenbeauftragten einzusetzen. Unterstellt war das Amt zunächst dem Sozialverband Deutschland (SoVD), jetzt der Niedersächsischen Landesregierung. Claudia Wendt hat auf Tagungen in Oldenburg und Hannover schon die Gelegenheit gehabt, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. „Ich hab mit meiner Stelle hier wohl großes Glück gehabt“, sagt die Elmeloherin, „in größeren Kliniken mit Notaufnahme gibt es deutlich mehr Beschwerden.“