• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

EWE prüft Klage gegen Ex-Vorstand

24.09.2016

Oldenburg In der Spitzelei-Affäre um das frühere EWE-Vorstandsmitglied Nikolaus Behr könnte es bald Schadenersatzforderungen des Oldenburger Versorgers geben. Man sei in der Prüfung, wolle aber wegen der diversen rechtlichen Aspekte nicht Hals über Kopf entscheiden, sagte EWE-Sprecher Christian Blömer am Freitag auf NWZ-Anfrage. „Wir behalten uns sämtliche Schritte vor.“ Bei Behr könnte es nach Einschätzung von Insidern um Vorwürfe der Veruntreuung und konkret um Rechnungsbeträge gehen.

Behr war zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er einen Ex-Mitarbeiter hatte bespitzeln lassen. Dafür soll er eine Hamburger Kanzlei beauftragt haben, die ihrerseits offenbar die Kontakte zu einer Detektei hatte. Mit dem beschatteten Christian C., einem früheren Mitarbeiter mit großem Team bei EWE Netz, hat der Konzern seit 2013 in mehreren Arbeitsgerichtsverfahren wegen Kündigungen gestritten.

Immer mehr deutet sich an, dass der Personalvorstand bei seinem Vorgehen, das auch in der Belegschaft für Entsetzen sorgt, wohl allein handelte. Dies hatten schon Aufsichtsratsratsvorsitzender Stephan-Andreas Kaulvers und Vorstands-Chef Matthias Brückmann betont, als sie den – unter dem Druck der Entwicklung erfolgten – Rücktritt Behrs verkündeten.

Der Alleingang geht offenbar so weit, dass er – nach NWZ-Informationen – entscheidende Mails nicht über seine dienstliche E-Mail-Adresse, sondern über eine rein private Mail-Verbindung zu der Kanzlei nach Hamburg geschickt haben soll, einem EWE-Partner. Dort soll die Detektei beauftragt worden sein.

Ein Sprecher der Kanzlei Hogan Lovells teilte auf NWZ-Anfrage mit, man werde sich zu dem Thema „äußern, sobald es aus rechtlicher Sicht möglich ist“. Er verwies auf Vertraulichkeit und Mandatsgeheimnis.

Die Rechnung aus Hamburg soll dann nicht an Behr als mutmaßlichen Auftraggeber, sondern an die EWE gegangen sein. Der echte Inhalt der Rechnung, heißt es, sei „auch auf den zweiten Blick“ wohl nicht leicht zu erkennen gewesen. EWE beendete die Zusammenarbeit.

Die Frage bleibt ungeklärt, was Behr dazu bewogen haben könnte, eine eigene Aktion zu starten. Nach der Aufsichtsratssitzung war von teils privaten, teils dienstlichen Hintergründen die Rede. Beobachter spekulieren nun verstärkt über private Aspekte.

Christian C. wollte sich auf NWZ-Anfrage nicht äußern. Nächste Woche steht ein weiterer Gerichts-Termin mit EWE an – beim Landesarbeitsgericht in Hannover.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

Weitere Nachrichten:

EWE | EWE Netz | Landesarbeitsgericht

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.