Cloppenburg - Auch beim siebten Fachforum Schwein ist die 1953 – mit einem Darlehen aller Südoldenburger Milchbauern in Höhe von 10 DM pro Kuh – erweiterte Münsterlandhalle am Donnerstag wieder zum Mekka der Schweinehalter geworden. Die Stimmung unter den Landwirten war nicht die beste, vor allem die Sauenhalter klagen. Denn auf ihrem Rücken können sich die Mäster im Moment nämlich dank der extrem niedrigen Ferkelpreise noch einigermaßen im Plus halten.

„Die Auflagen drehen den Bauern die Luft ab“. An den mehr als 80 Ständen in der Markthalle gaben die Aussteller ihre Bewertung ähnlich ab wie Hermann Hermeling, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer (LWK), die das Fachforum organisiert hatte.

Die angespannte Marktlage, der Verfall der Schweinepreise, Herausforderungen im Tierschutz wie das Verbot des Schwänzekupierens oder der Kastrationsausstieg seien Herausforderungen, denen sich die Landwirte stellen – „aber“, so Hermeling, „besser bei besseren Preisen“.

Das Fachforum wurde wieder ein Veranstaltungsmix aus Vortragstagung und Fachausstellung. Die Vorträge und Diskussionen fußten auf Themen wie dem vor 13 Jahren eingeführten Salmonellenmonitoring. So berichtete Tobias Horn von der IQ-Agrar-Service in Osnabrück über einen schlechteren Wert für Niedersachsen gegenüber dem ähnlich strukturierten Nordrhein-Westfalen (NRW). Hier seien ein Drittel befallen, dort nur ein Viertel. Ruth Beverborg (LWK) erwähnte im Hinblick auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Schweinehaltung die Düngeverordnung, und den Filtererlass als Beispiele für Planungsunsicherheiten, höhere Kosten und einen höheren Arbeitsaufwand.

Für spezielle Praxiserfahrungen mit der Teilfixierung bei Sauen im Abferkelbereich interessierten sich beinahe 1000 Landwirte. Der Bericht vom Warentest für Mastferkel fiel aus, weil Dr. Friedhelm Adam von der LWK NRW wegen eines Gerichtsverfahrens gegen die Publikation der Ergebnisse dieses Warentests absagen musste.


Über 80 Unternehmen von A wie Agravis bis V wie Vion und zu einem Drittel aus der Region, aber auch aus den Niederlanden und aus Dänemark, zeigten neueste Trends aus den Bereichen Fütterung, Haltung, Tiergesundheit und Tierzucht. Immer teurer und umfangreicher werden die Auflagen der Baugenehmigungen. Manche Unternehmen partizipieren mit neuen Lüftungstechniken und größeren Güllebehältern, manche Bauern sind nicht mehr konkurrenzfähig. „Das ist eine Zwangslage“, erläuterte Siegbert Bullermann auf dem Stand von PAL-Bullermann. Mit „Innovative Umweltsystem (IUS)“ gibt es in Markhausen jetzt einen weiteren Anbieter, der sich um die effektivere Lüftung kümmert. Ohne diese technischen Möglichkeiten sei manche Baugenehmigung nicht mehr möglich, erläuterten die Aussteller den Kammervertretern.