Jever - Mit der „Trecker-Maut“ hat sich der Landvolkverein Jever bei seiner Jahreshauptversammlung befasst. Laut den beiden Vorsitzenden Hilmar Beenken und Holger Helmerichs wird das Thema „Trecker-Maut“ auch im Jeverland bereits diskutiert.

Dr. Hans-Heinrich Kowalewsky von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aus Oldenburg berichtete von dem Pilotversuch in der Gemeinde Wardenburg: Dort fallen bei der Nutzung von gewichtsbeschränkten Gemeindestraßen je nach Fahrzeuggewicht und Nutzungsdauer Gebühren zwischen 30 und 767 Euro an. Das Gebührensystem gilt für Trecker, Mähdrescher und andere Ackerfahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht.

„Doch was tut der Straße nun wirklich weh?“, fragte Kowalewsky. Aus den USA, wo die landwirtschaftlichen Fahrzeuge viel größer und schwerer sind, kommt eine Berechnungsmethode zur Ermittlung des Straßenbelastungsfaktors auf physikalischen Grundlagen: Bereifung, Reifendruck, Achsenlast, Aufstandsfläche und Geschwindigkeit fließen in die Berechnung ein.

Die Annahme, dass große Fahrzeuge Straßen kaputt machen, sei falsch, sagte Kowalewsky: Eine bessere Beschilderung könnte zur Lösung beitragen. Statt der Angabe in Tonnen müssten Achsenlast und Geschwindigkeit angewiesen werden. Zur Entlastung der Wirtschaftswege könne die Einrichtung von Umladepunkten dienen, um das Befahren mit schweren Lkw zu vermeiden. Dazu gehöre auch die Einrichtung von Ausweichbuchten. Freiwillige Geschwindigkeitsbegrenzungen und ein umsichtiges Verhalten könnten Straßen und Wege ebenfalls schonen, betonte Kowalewsky.

Eine gerechte Kostenverteilung auf alle Beteiligten zu erreichen wird nicht einfach, sollte aber das Ziel sein, sagte er. „Pauschale Kostenfestsetzungen ohne vorherige Absprachen werden die Fronten nur verhärten – und das nutzt niemandem.“


Auch der Kreislandvolkverband Friesland hat laut Erhard Bruns, Geschäftsführer des Landvolks Jever, das Thema „Trecker-Maut“ bereits auf der Agenda stehen.