Oldenburg - Neun Monate nach dem ersten Spatenstich wurde am Freitagvormittag die Klinik für Geriatrie im Reha-Zentrum in Kreyenbrück mit einer symbolischen Schlüsselübergabe offiziell eröffnet. Aus Sicht von Geschäftsführerin Karin Vogel und Chefarzt PD Dr. Jürgen M. Bauer wird damit eine Lücke in der umfassenden Gesundheitsversorgung im gesamten Weser-Ems-Gebiet geschlossen. 30 Betten und ein interdisziplinäres Team stehen hier nun für die Behandlung betagter Menschen zur Verfügung, 20 ambulante Plätze ergänzen das Konzept.

Während des Festakts überbrachte Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler die Grüße der Stadt. Alle waren sich einig, dass die wohnortnahe Rehabilitation gerade für alte Menschen in emotionaler Hinsicht eine wichtige Rolle spiele, da sie dadurch in ihr soziales Umfeld eingebunden bleiben könnten.

Ab Montag wird es möglich sein, Patienten, die älter sind als 75 Jahre, nach einer akuten Krankheit in der Kreyenbrücker Klinik für Geriatrie weiter zu betreuen. Ziel ist es nach Aussage von Dr. Jürgen Bauer, Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patienten wieder zu ermöglichen. Er ist Direktor der Klinik für Geriatrie am Klinikum und des geriatrischen Zentrums, zu dem ebenfalls Betten im Evangelischen Krankenhaus zählen. Bauer verwaltet überdies die W3-Professur für Geriatrie an der Universität.

Statistische Werte belegen, dass durch dieses Reha-Konzept die Zahl jener Patienten um 35 bis 40 Prozent steigt, die in den häuslichen Alltag zurückkehren können.

Mithin ist alles darauf abgestimmt, dass den alten Menschen geholfen werden kann, nach einer Operation oder schweren Erkrankung wieder auf die Beine zu kommen: Es ist ein Haus der warmen Farben und der kurzen Wege. Therapieräume und Speisesaal sind im Erdgeschoss leicht zu erreichen, die Patienten wohnen im ersten Stock. Das neue Gebäude wurde ebenso von dem Oldenburger Architekturbüro Angelis&Partner entworfen wie das bisherige aus den neunziger Jahren.


Der Neubau passt sich eng an die bestehende Gebäudestruktur an. Durch die Erweiterung verfügt das Reha-Zentrum Oldenburg nun insgesamt über rund 290 Betten und 90 ambulante Plätze.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist ein weiterer Ausbau der ambulanten geriatrischen Rehabilitation geplant. Träger des Reha-Zentrums sind die Evangelische Krankenhausstiftung und das Klinikum einerseits sowie im ambulanten Bereich zusätzlich das Pius-Hospital. Schwerpunkte des Hauses sind Kardiologie, Neurologie und Orthopädie.