München - Floss rund um den milliardenschweren Fehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria durch die Bayern LB auch Bestechungsgeld an den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider? Ein dubioses Fußball-Sponsoring stand beim Prozess gegen ehemalige Bayern LB-Vorstände am Montag vor dem Münchner Landgericht im Mittelpunkt.

Eine Zeugin, die bei der BayernLB-Tochter DKB seinerzeit für diese Themen zuständig war, sagte, sie habe den Vertrag zu dem Fußball-Sponsoring als ungünstig und „merkwürdig“ eingestuft. Es habe aber keinen Spielraum für Änderungen gegeben, sagte die Zeugin. „Das war unbefriedigend.“

Neben einer Laufzeitklausel habe sie auch kritisch gesehen, dass die gesamte Summe bereits zum Laufzeitbeginn zu zahlen gewesen sei. Auch seien die Leistungen aus dem Vertrag „nicht besonders umfänglich“ gewesen. Sie könne sich zwar nicht erinnern, dass von einer bestimmten Person Druck ausgeübt worden sei, das Sponsoring durchzuführen, sagte sie. „Aber es war klar, dass wir das umzusetzen haben.“

Haider soll ein Fußball-Sponsoring in Kärnten von 2,5 Millionen Euro zur Bedingung gemacht haben für den HGAA-Verkauf an die Bayern LB 2007. Da dies für die auf Geschäftskunden ausgerichtete Bayern LB aber nicht glaubwürdig erschienen wäre, sollen die Angeklagten die DKB aufgefordert haben, das Sponsoring zu übernehmen.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft wollten die ehemaligen Vorstände auf diese Weise vermeiden, dass der Hintergrund der Vereinbarung mit Haider aufgedeckt wird. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um Bestechungsgeld handelte, damit Haider dem Verkauf zustimmt.


Die Ankläger werfen dem damaligen BayernLB-Chef Schmidt und drei weiteren Vorständen Bestechung eines Amtsträgers vor. Zudem sind sie sowie zwei weitere Ex-Vorstände wegen Untreue angeklagt, weil sie die HGAA viel zu teuer gekauft haben sollen.