Bremen/Stuttgart/Emden - Die Krise in der deutschen Luftfahrt zieht immer weitere Kreise. Nun hat die ins Schlingern geratene Bremer Fluglinie OLT Express Germany Insolvenz angemeldet. Dies bestätigte der Sprecher des Unternehmens, Matthias Burkard, am Dienstag. Die 500 Mitarbeiter hätten die jüngste Entwicklung „mit Bestürzung aufgenommen“, sagte der Sprecher. Wie es mit ihnen weitergeht, muss der Insolvenzverwalter entscheiden.
Mit OLT Express gerät erneut eine deutsche Fluglinie in massive Schwierigkeiten. „Die deutsche Luftfahrt steckt in einer Krise“, sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft.
„OLT Express ist schon die dritte Fluggesellschaft innerhalb eines Jahres, die Insolvenz anmelden musste“, sagte der Präsident des Verbands, Klaus-Peter Siegloch. Das Unternehmen war auf Expansionskurs, bis zwei Großaufträge wegbrachen. Daraufhin hatte die Geschäftsführung ein Sanierungskonzept erarbeitet, das der Eigentümer – die niederländische Investmentfirma Panta Holdings – abgelehnt hat.
Den Insolvenzantrag der OLT Express Germany wird das Amtsgericht Esslingen bearbeiten. Das bestätigte die Insolvenzabteilung des Gerichts. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Jurist Jan Markus Plathner von der Anwaltskanzlei Brinkmann & Partner eingesetzt.
Wie bereits am Montag startete auch am Dienstag kein Flieger der angeschlagenen Gesellschaft. Knapp 40 Flüge fielen aus. Mit 15 Flugzeugen bediente das Unternehmen zuletzt die Flughäfen Bremen, Dresden, Saarbrücken, Münster/Osnabrück und Karlsruhe/Baden-Baden.
Laut des Insolvenzverwalters kann nur ein Teil der Kunden, die Flüge gebucht haben, sein Geld zurückerhalten. Wer sein Ticket per Kreditkarte gekauft hat, kann die Lastschrift widerrufen. Eher schlecht sieht es dagegen für diejenigen aus, die ihr Ticket per Überweisung bezahlt haben. Das Geld zählt zur Insolvenzmasse.
Die Bremer OLT Express Germany ist aus dem 1958 in Emden gegründeten Insel-Flugdienst OLT (Ostfriesische Lufttaxi) hervorgegangen, der sich später zu einer Regionalfluglinie entwickelte. Nach der Übernahme durch Investoren wurde der Inselflugverkehr als eigenständiges Unternehmen OFD Ostfriesischer Flugdienst ausgegliedert. Er ist deshalb auch nicht von den Vorgängen betroffen.
