Emden - Der Besuch von VW-Markenvorstand Herbert Diess im Volkswagen-Werk in Emden hat keine Klarheit über möglicherweise drohende Jobverluste gebracht. Der Gesamtbetriebsrat hatte ein Gesamtbild der Personalplanung am Standort eingefordert. Am Rande des Besuchs appellierte die Gewerkschaft IG Metall an die Verantwortung von VW für die Emder Arbeitsplätze. „Jeder Arbeitsplatz hat ein Gesicht“, sagte ein Sprecher am Mittwoch.
Zuvor hatte ein Zeitungsbericht für Unruhe gesorgt, wonach sich VW von 300 Werkvertragsarbeitern in Emden trennen wolle. Eine VW-Sprecherin wollte diese Zahl nicht bestätigen. Anfang März hatte Volkswagen angekündigt, die Verträge von 250 Leiharbeitern in Emden nicht verlängern zu wollen.
Klar sei, dass es Mitarbeiter gebe, die befristet an bestimmten Projekten arbeiteten, sagte die Sprecherin. Es werde versucht, die Betroffenen an anderen Stellen einzusetzen. Sie erklärte jedoch auch, dass in diesem Jahr Vorhaben der VW-Tochter Autovision in Emden ausliefen. Wie viele Werkvertragsarbeiter betroffen sein könnten, lasse sich noch nicht sagen. Betriebsrat Peter Jacobs forderte ein viertes Modell für Emden.
Anders als bei Leiharbeitern haben es Betriebsräte bei den Werkvertragsarbeitern schwerer, einen Überblick zum Ist-Stand und zu den Planungen zu erhalten. Die „Werkverträgler“ laufen in der Regel nicht über die Personalabteilung; sie werden über den Einkauf gebucht.
Unterdessen steht im Skandal um manipulierte Abgaswerte Volkswagen der erste Rechtsstreit mit einem Händler aus dem eigenen US-Vertragsnetz ins Haus. Er reichte am Mittwoch bei einem Gericht in Illinois Klage wegen Betrugs ein, wie die Kanzlei Hagens Berman mitteilte.
