Harpstedt - 200 Kaltblutpferde aus ganz Europa werden am kommenden Wochenende auf Schloss und Gut Wendlinghausen (zwischen Teuteburger Wald und Hameln gelegen) zur Europäischen Holzrückmeisterschaft unter dem Titel „PferdeStark“ um den EM-Titel antreten. Während am 24. August die Vorentscheidungen laufen, wird der Europameister am Sonntag, 25. August, ermittelt. Die jeweils fünf Besten aus den Starterfeldern am Vortag treten dann gegeneinander an.
Worauf es dabei ankommt und welche Fähigkeiten die kraftstrotzenden Kaltblutpferde besitzen, das demonstrier-ten am Sonnabend und Sonntag „Die Freunde des Kaltblut-pferdes“ als lockerer Zusammenschluss Gleichgesinnter während des zweitägigen Erntetags auf der Ackerfläche von Thomas Glander am Wohlder Weg zwischen Harpstedt und Wohlde eindrucksvoll.
So mancher Besucher kam da aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da wurde altes Erntegerät und damit auch Hand-werk live bei der Feldarbeit vorgestellt. Vom Mähbalken bis zum Heuwender und dem Getreide-Binder, vom Holz-rücken über das Kartoffelroden bis zum Pflügen demonstrierten die Kaltblutpferdefreunde mit 18 Tieren, wie einst mit den treuen Vierbeinern die Ernte eingefahren und das Land bestellt wurde.
Bernard Böckmann aus Goldenstedt kann sich an diese Zeiten noch genau erinnern. 1942 kam er aus der Schule: „Damals gab es ganze drei 15-PS-Schlepper im Ort. Das Land wurde mit den Pferden bestellt. Das war harte Arbeit. Das ging nicht von selbst.“
Auch Hotelier Heiner Ahrmann aus Altona kann sich an seine Kinderjahre gut zurückerinnern. „Nicht alle hatten schon einen Trecker. Lange Zeit waren noch die Pferde im Einsatz.“ Dabei blickte er gerade auf einen Mähgraswender, der das Grün in hohem Bogen lüftete.
Günther Hollmann aus Ehrenburg wird dagegen an der EM-Entscheidung am nächsten Wochenende mit seinen Pferden teilnehmen. Er zeigte in einem Vortrag die Bewer-tungskriterien auf. So wird zum Beispiel der Originalzustand des Pferdegeschirrs bewertet und die Geschicklichkeit der Vierbeiner. Hollmann hofft die Vorentscheidung zu überstehen und dann an der EM am Sonntag teilnehmen zu dürfen.
Für „Die Freunde des Kaltblutpferdes“ waren die Erntetage dagegen schon jetzt ein Erfolg. Erstmals wurden die alte Erntetechnik vor so großem Publikum in der Samtgemeinde gezeigt. Hoffentlich nicht zum letzten Mal, wie viele Besucher meinten.
