Köln - Die Spiele-Messe Gamescom in Köln startet mit einem Fokus auf virtuelle Realität. Zum Auftakt stellten die Veranstalter am Mittwoch auch die Bedeutung der Branche über die eigenen Grenzen hinaus in den Vordergrund. Die virtuelle Realität gilt als Paradebeispiel dafür, weil sie auch in Medizin, Bildung, Industrie oder Verkauf eine immer größere Rolle spielt. Zahlreiche Games, in denen Spieler mithilfe eines Headsets oder einer VR-Brille in künstliche Welten abtauchen können, stehen auf der Gamescom zum Testen bereit.
Die Gamescom wird in Köln traditionell von einem umfangreichen Rahmenprogramm flankiert, darunter auch Angebote für Familien. In diesem Jahr wird auch der Kölner Dom einbezogen. Bis Freitag werde das Gotteshaus abends ab 22 Uhr für Besucher offen stehen, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Mittwoch zur Eröffnung der Messe. Geplant sei eine „multisensorische Inszenierung“ mit Lichtinstallation und Lasershow.
Zur weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele erwartet die Koelnmesse bis zum Sonntag rund 500 000 Besucher. Seit 2009 habe sich die Ausstellungsfläche fast verdoppelt, sagte Reker. Zur Eröffnung habe die Messe so viele politische Gäste wie nie zuvor begrüßen können, sagte Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Branchenverbands BIU.
„Virtual Reality ist das nächste große Ding“, sagte Schenk. Damit setzten Computerspiele als „Leitmedium unserer Zeit“ auch über die Branchengrenzen hinweg Standards. So zeigten sie etwa auf, wie auch die Industrie 4.0 zu funktionieren habe, nämlich intuitiv und die Menschen verbindend.
Die Bedeutung der Branche sei noch immer nicht überall sichtbar, oft werde sie reflexartig für gesellschaftliche Ereignisse verantwortlich gemacht, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dorothee Bär (CSU).
Zudem sprach sich die Vorsitzende des netzpolitischen Arbeitskreises der CSU dafür aus, den E-Sport als Sportart anzuerkennen und in die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender aufzunehmen. Auf der Gamescom gehören E-Sport-Titel, bei denen die Spieler gegeneinander am PC oder der Konsole in den Wettkampf ziehen, zu den großen Trendthemen.
Zur Gamescom ging auch ein neues Online-Beratungsangebot für Internetsüchtige an den Start. Der an der Uniklinik Bochum angesiedelte „Online-Ambulanz-Service für Internetsüchtige“ (OASIS) richtet sich bundesweit sowohl an Betroffene als auch an deren Angehörige. Er will bei süchtigem Verhalten bezogen auf verschiedene Netzinhalte beraten – von Computerspielen über soziale Netzwerke bis hin zu Pornografie.
Die Gamescom öffnet ab Donnerstag für alle Besucher. In diesem Jahr gibt es unter dem Eindruck der jüngsten Terror-Anschläge verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Besucher sollen, wenn möglich, Taschen und Rucksäcke zu Hause lassen. Auch Waffen-Nachbauten oder waffenähnliche Elemente, die häufig zu den Kostümen zahlreicher Gamescom-Besucher gehören, sind tabu.
