Nicht alle Kindergärten
in der Samtgemeinde sind voll belegt. In Beckeln liegen für die 25 Vormittagsplätze 23 Anmeldungen vor, in Groß Ippener 21. In Colnrade sind es vormittags 21, in der Nachmittagsspielgruppe 12 (bei 15 Plätzen); in Dünsen am Vormittag 23, nachmittags 11. Die Integrationsgruppe in Kirchseelte ist mit 18 Kindern ausgebucht, in der Nachmittagsgruppe ist noch Luft.Der Abend diente dem Austausch. Nun soll sich der SGA am 24.4. mit dem Thema befassen.
Von Astrid Kretzer
Harpstedt In der Samtgemeinde fehlt es an bedarfsgerechten Betreuungsplätzen. Das war die Botschaft, die betroffene Eltern am Mittwoch bei einem Infoabend zur Anmeldesituation beim DRK-Kindergarten Harpstedt in der Delmeschule den anwesenden Vertretern der politischen Parteien sowie der Verwaltung mitgaben. Eingeladen hatte die Samtgemeinde Eltern, deren Kinder zurzeit nicht den gewünschten Platz haben: Aktuell stehen 13 Kinder auf der Warteliste für die 121 Regelplätze im DRK-Kindergarten. Aber nicht nur diese Eltern bekundeten ihren Unmut: Auch einige Väter und Mütter aus Einzugsbereichen der kommunalen Kindergärten in den Mitgliedsgemeinden trugen Nöte vor. Mit den Ergebnissen und dem Gesamtkomplex Krippe/Kindergarten soll sich nun am 24. April der Samtgemeindeausschuss befassen. „Es geht darum, dass die Politiker heute nach Hause gehen mit dem Wissen, wo Probleme liegen. Dann muss die Politik entscheiden“, sagte Samtgemeindebürgermeister Uwe
Cordes.
Ein Ansinnen beim Infoabend: weniger begrenzte Öffnungszeiten, um die Situation für Berufstätige zu entzerren. „Ich kann als junge, qualifizierte Frau nicht nach Harpstedt ziehen, weil es kein Kindergartenangebot gibt. Junge, qualifizierte Frauen arbeiten nicht nur vier Stunden“, konstatierte eine Mutter. Kaum noch eine Familie könne von nur einem Gehalt leben. Vorschlag einer anderen Mutter vorm Hintergrund der Warteliste im Flecken: fürs nächste Jahr Bau einer Krippe mit Kindergarten, „und dieses Jahr sucht man einen Kindergarten für erweiterte Öffnungszeiten und organisiert einen Bus vom DRK-Kindergarten“.
Cordes verwies auf Überlegungen auf Verlängerung der Betreuungszeit in einem Kindergarten in der Samtgemeinde. Zugleich mahnte er aber, bei Investitionen den demografischen Wandel zu sehen: Gerade bei den Geburten gehe es in Harpstedt nach unten (von 96 vor einigen Jahren auf zuletzt knapp 70). Auch gebe es weniger Zuzüge aus Städten aufs Land. Dem hielt eine Mutter entgegen: „Seit Jahren heißt es, die Kinder werden weniger, aber seit Jahren gibt’s zu viele Anmeldungen.“ Eine andere meinte, Krippe und längere Zeiten seien für Harpstedt „gute Werbung“, um Leute herzuholen.
Auch die Abstimmung zwischen den kommunalen Einrichtungen und den Kindergärten freier Träger war für Eltern ein Knackpunkt, da Doppelanmeldungen nicht gewollt seien. Fachbereichsleiterin Edda Masemann räumte ein, es gebe „keine gegenseitige“ Abstimmung, die Verwaltung erhalte Anmeldelisten.
Die vorgetragenen Einzelfälle sollen in der Verwaltung näher geklärt werden.Für den DRK-Kindergarten verwies Leiterin Martina Buschheuer auch auf Alternativvorschläge für Plätze und mögliche Verschiebungen bis Sommer. Aus Sicht der Eltern eilt es: „Jetzt ist die Problematik da, jetzt muss sie gelöst werden.“
