Wolfsburg - Bei dem Streitthema Bonuszahlungen im VW-Konzern zeichnet sich eine rasche Lösung ab. Der Volkswagen-Vorstand will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur freiwillig auf einen Teil seiner umstrittenen millionenschweren Prämien verzichten.
Darüber beriet die Führungsetage am Dienstag, hieß es aus VW-Kreisen. Ein Vorschlag liege auf dem Tisch. Details wurden nicht bekannt, ein Sprecher in Wolfsburg wollte sich nicht äußern.
Mit dem Vorliegen eines entsprechenden Vorstandsbeschlusses könnte die VW-Aufsichtsratsspitze anschließend den Segen der Kontrolleure erteilen. Das sechsköpfige Gremium, das sogenannte Präsidium, kann sich für solche Einzelfragen auch per Telefon- oder Videokonferenz zusammenschalten.
Ende kommender Woche treffen sich alle 20 Aufseher des Konzerns zu einer Sitzung. Es ist anzunehmen, dass das VW-Präsidium das Thema Boni spätestens dann abgeräumt haben möchte.
Das Präsidium hatte sich am Montag noch nicht auf eine Linie zu den Vergütungen einigen können. Nach dpa-Informationen befürworten der Betriebsrat, das Land Niedersachsen und die IG Metall wegen des Abgas-Skandals eine Senkung der Sonderzahlungen für den Vorstand.
Mit Spannung wird erwartet, ob der im Abgas-Skandal zurückgetretene Konzernchef Martin Winterkorn ebenfalls bereit ist für einen Bonusverzicht. Laut „Handelsblatt“ ist das der Fall.
Derweil droht der Diesel-Rückruf des VW-Passats infolge der Abgas-Krise endgültig zum Desaster zu werden. Trotz wochenlanger Nachprüfungen sowie Nachbesserungen an der neuen Software ist es VW bislang nicht möglich, die vorgegebenen Grenzwerte einzuhalten. Laut eines Sprechers will der Autobauer nun den bisherigen Rückrufplan ändern und andere Fahrzeuge – darunter den Golf – früher in die Werkstätten rufen.
„Wir werden jetzt mit dem Kraftfahrt-Bundesamt sprechen und überlegen, wie wir das nächste Cluster konkret vorziehen können“, hieß es aus Wolfsburg. Wann die ersten Golf-Modelle in den Werkstätten auftauchen könnten, sei letztlich aber abhängig von einer Genehmigung der Behörde. Aus Konzernkreisen war zu hören, dass optimistische Stimmen noch auf grünes Licht im April hofften.
