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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ausbildung: Bewerber drängen in wenige Berufe

11.07.2016

Hannover Die Jungs wollen am liebsten in die Werkstatt, die Mädchen am liebsten ins Büro: Mit ihrem Ansturm auf die immer gleichen Berufe machen es sich viele Auszubildende unnötig schwer. Denn ein Großteil von ihnen bewirbt sich laut der amtlichen Statistik seit Jahren trotz weitaus größerer Auswahl immer auf die gleichen beliebten Lehrberufe. Dort herrscht dann aber auch die größte Konkurrenz. Dabei gäbe es der Arbeitsagentur zufolge in der Regel viele Alternativen, die durchaus noch den Vorlieben der Bewerber entsprechen, aber eben nicht auf die überlaufenen Top-Ten-Ausbildungsgänge entfallen.

„Wer gerne Kaufmann oder Kauffrau werden möchte, hat mehr Auswahl als Einzelhandel und Büro. Es gibt rund 50 Berufe in diesem Feld“, sagt eine Sprecherin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. „Kaufleute werden auch im Bereich Automobil, Immobilien, Informatik, Marketing und Tourismus ausgebildet. Jugendliche sollten einen Beruf wählen, der zu ihren Interessen passt und nicht so überlaufen ist.“

Für den nächsten Ausbildungsstart in Niedersachsen haben sich bis Juni gut 55 000 Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet. 40 Prozent von ihnen beschränken sich bei ihren Wünschen auf nur 10 Ausbildungsberufe. Den rund 22 500 Top-Ten-Wünschen stehen aber nur gut 16 000 freie Stellen in diesen Berufen gegenüber.

Und die Arbeitsmarktexperten sehen über die Jahre praktisch keine Verschiebung bei den Berufsvorlieben junger Menschen. Bei den männlichen Bewerbern liegt Kfz-Mechatroniker ganz vorne - früher hieß das Kfz-Mechaniker. Es folgt Einzelhandelskaufmann und auf Rang drei steht mit dem Industriemechaniker wieder ein technischer Beruf. Bei den Bewerberinnen liegt die Büro- vor der Einzelhandelskauffrau und vor der medizinischen Fachangestellten (früher: Arzthelferin).

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Der Arbeitsagentur zufolge sind die Eltern bei der Ausbildungswahl nach wie vor die wichtigsten Ratgeber. Es sei wichtig, dass auch sie ihr Wissen über die Berufswelt aktualisierten. So fielen etliche Berufsbilder weg, etwa der Foto- und Filmlaborant. Andere hätten ihre Inhalte stark verändert. So lernten angehende Dachdecker inzwischen viel über energetische Herausforderungen.

Andere Ausbildungen seien aufgewertet: Speiseeishersteller lernten die Auszubildenden früher zwei Jahre lang, das moderne Berufsbild „Fachkraft für Speiseeis“ ist inzwischen ein dreijähriger Ausbildungsberuf.

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