Garrel - „Wenn ich die Bewohner morgens wecke und mir gleich ein Lächeln entgegen kommt, dann weiß ich, warum ich diesen Beruf liebe“, sagt Annette Dieker. Die Auszubildende in der Altenpflege hat bald ihr Examen in der Tasche und möchte dann in ihrer Ausbildungsstätte, dem Seniorenzentrum Garrel, Haus Elisabeth, weiter arbeiten.

In der dreijährigen Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin haben sie und die neun anderen Auszubildenden des Seniorenzentrums immer im Wechsel drei Monate Blockunterricht, dann sind sie wieder drei Monate in der Einrichtung. „Auf dem Stundenplan stehen natürlich Deutsch, Englisch, Politik und Religion. Aber wir beschäftigen uns auch mit dem Beruf an sich, praktischen Fragen zur Ernährung, zu Medikamenten oder der Anatomie des Menschen“, erzählt Mathias Waldt. Diese Vielfalt in dem Berufsbild reizt ihn.

Er ist gelernter Gas-Wasser-Installateur und ist später Lkw gefahren. „Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich etwas anderes machen möchte und auf der Gewerbeschau in Garrel die Einrichtung kennen gelernt“, sagt Mathias Waldt. „Es war genau das, was ich wollte: direkt mit Menschen arbeiten“, erzählt er. Das sei das Wichtigste, pflichtet auch Ruth Meyer, Leiterin des Seniorenzentrums, bei.

„Soziale Kompetenz, Offenheit und Freude an der Arbeit mit Menschen“ nennt Ruth Meyer wichtige Voraussetzungen für den Beruf.

Annette Dieker hat ihn über Umwege gefunden. Sie ist gelernte Friseurin und hat bei der Pflege im privaten Umfeld gemerkt, dass ihr das liegt. Da die Kinder der Nikolausdorferin bereits das Teenageralter erreicht haben, hat sie umgeschult. „Das war eine gute Entscheidung“, sagt sie.


So geht es auch Pinar Serin. „Ich finde es schön, wenn ich einen Scherz mit den Bewohnern mache und sie mit Freude mitspielen“, schildert sie. Die 38-Jährige ist als Pflegeassistentin in die Einrichtung in Garrel gekommen. „Dann wollte ich mehr“, sagt die ehrgeizige Garrelerin. Nach drei Jahren als Pflegeassistentin ist sie nun im ersten Ausbildungsjahr zur Altenpflegerin. Doch in dem Berufsfeld bestehen noch weitere Aufstiegsmöglichkeiten.

Diese hat Marco Bosna durchlaufen. Er hat sein Schulpraktikum in der Altenpflege absolviert, hatte danach aber nicht den direkten Wunsch, Altenpfleger zu werden. „Ich bin hier eher durch Zufall gelandet“, schmunzelt er. Nach seiner Ausbildung zur Pflegefachkraft absolvierte er die Pflegedienstleitungsausbildung.

Die Aufgaben sind vielfältig. „Aktionen wie der Abenteuerurlaub in Ahlhorn machen einfach Spaß“, sagt er. Daneben gibt es auch anstrengenden Tätigkeiten, wie das Reinigen der Geräte, das Versorgen von Wunden oder die Unterstützung einiger Bewohner bei der Fortbewegung. „Für diesen Beruf muss man schon psychisch belastbar sein“, findet Marco Bosna.

Aber die vielen schönen Momente in Kontakt mit den Menschen machen das in jedem Fall wett.