Friedrichsfehn - Sie sorgen für Honig und haben darüber hinaus eine große volkswirtschaftliche Bedeutung: Honigbienen bestäuben die meisten heimischen Wild- und Kulturpflanzen (wie z.B. Obstgehölze, Gemüse und Ackerpflanzen) und leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur Vermehrung und zum Erhalt der Pflanzen. „Mensch und Natur können auf Bienen nicht verzichten“, sagt der Friedrichsfehner Imker Gerd Muck.

Doch die Lebensbedingungen für Bienen seien nicht gut. Die Zahl der Futterpflanzen für Insekten sinke, weil sich die Kulturlandschaft stark verändert habe. Früher habe insbesondere auf dem Land fast jeder Gemüse und Obst angebaut, viele der Pflanzen in den Gärten hätten ungefüllte oder nur halb gefüllte Blüten gehabt, auf den Wiesen oder auch an Ackerstreifen hätten viele Wildkräuter gestanden. Durch die vielfältigere Landschaft, zu der z.B. auch bienenfreundliche Linden in vielen Gärten gehörten, hätten Bienen bessere Lebensbedingungen gehabt. Für viele Ammerländer sei es vor einigen Jahrzehnten noch selbstverständlich gewesen, einige Bienenvölker zu besitzen und für den Eigenbedarf zu imkern. Immer weniger heimische, vielfach gefüllte Pflanzen in Gärten, Intensivweiden und bis an die Ränder genutzte Flächen prägten die Landschaft heute.

Darüber hinaus setze der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Bienen zu, die z.B. nach trockenen Perioden, wenn gespritzt worden sei, und dann einsetzendem Regen Wasser aus Pfützen oder aus Blattachseln von Pflanzen zu sich nähmen, in denen es Spritzmittelreste gäbe. Das töte die Tiere.

Bienen seien im Umkreis ihres Stocks von einem bis drei Kilometern im Einsatz, so der Friedrichsfehner, der mit seiner Frau Ursula zwei Dutzend Bienenvölker hat, deren Kästen auf verschiedenen Flächen in Friedrichsfehn, Kleefeld und Felde bzw. auch vorübergehend in Rapsfeldern an der Küste stehen.

„Jetzt im Juni gibt es sehr wenig Futter für unsere Bienen und wir müssen zufüttern“, sagt Muck. Bienenfütterungen mit Zuckerlösungen schon im Frühsommer – auch das sei in der Vergangenheit die Ausnahme gewesen. Einen wichtigen Beitrag für das notwendige, breitere Nahrungsangebot für Insekten liefere das Ammerländer Blühstreifenprogramm (Infokasten).


Im regen Erfahrungsaustausch stehen Gerd Muck und seine Frau Ursula, ebenfalls begeisterte Imkerin, mit anderen Imkern. Muck leitet den Edewechter Imkerverein, dem 45 Mitglieder aus dem Ammerland und Oldenburg angehören, und ist Vorsitzender des Kreisimkerverbandes Ammerland. Ursula Muck betreut seit langem Nachwuchsimker.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede