Jever - Immer mehr Menschen im Jeverland begeistern sich für die Bienenhaltung. Zehn neue Imker traten dem Imkerverein Jeverland bei und erhöhten die Zahl der aktiven Imker auf 52. Jedes vierte Mitglied ist eine Frau. Die Zahl der Bienenvölker erhöhte sich von 244 auf 299. Das sagte Almuth Garmers, die bislang die Geschicke des Imkervereins Jeverland leitete, auf der Jahreshauptversammlung des Vereins im „Schützenhof“ Jever.
„Für eine flächendeckende Bestäubungsleistung reichen diese Volkszahlen in unserem Vereinsgebiet allerdings noch nicht aus“, gab Garmers zu bedenken. „Wir freuen uns auf weiteren Nachwuchs und weitere Bienenvölker.“
Um Anfängern das Imkern zu erleichtern habe der Verein einen Maßnahmeplan in Abstimmung mit der Volksbank Jever entwickelt. Mithilfe einer 1000-Euro-Spende aus dem Fördertopf des Gewinnsparens sei die Anschaffung einer vereinseigenen Honigschleuder und weiterer Geräte ermöglicht worden, die von Imkern, die darüber nicht verfügten, ausgeliehen werden können.
Weniger erfreulich, so die bisherige Vorsitzende, die ihr Amt schließlich an den neuen Vorsitzenden Christopher Moritz aus Cleverns abgab, sei der Honigertrag im vorigen Jahr gewesen. Zu Jahresbeginn haben Trockenheit, lang anhaltende Kälte und plötzlich eintretender Dauerregen dazu geführt, dass die Bienenvölker sich im Frühjahr nur zögerlich entwickelten. Die Sommertracht-Ernte auf Bienenstandorten mit Weißklee, Linden und großzügigen Blühflächen sei besser gewesen.
Nach der häufigen Kritik, dass die Bienen auf dem Land keine ausreichende Nahrung mehr fänden, verschlechtere sich die Situation auch in den Städten und Dörfern, mahnte Almuth Garmers. Schuld daran seien unter anderem „mit wasserdurchlässiger Folie und Kies abgedeckte Rabatten, in denen weder ein Vogel einen Wurm findet noch ein Wildkraut wächst.“ Solch sterile Hausgärten würden häufig mit Holz- oder Steinelementen statt mit blühenden Strauchhecken begrenzt. Viele Gewächse mit dicken, mehrfach gefüllten Blüten seien so gezüchtet, dass sie weder Nektar noch Pollen für Insekten liefern.
„Unsere Bienen und andere Insekten brauchen abwechslungsreiche Gärten, in denen sie vom Frühjahr bis zum Herbst Nahrung finden“, mahnte Garmers. Obstbäume und Beerensträucher wie Johannis- und Stachelbeere, Schlehen, Berberitzen, Efeu, Weiden, Wasserdost, Herbstaster, Quitten, aber auch Kräuter wie Thymian, Schnittlauch oder Oregano seien eine gute „Bienenweide“.
Auf der Versammlung dankte die bisherige stellvertretende Vorsitzende Antje Peetz der scheidenden Vorsitzenden, die nicht mehr zur Wahl antrat, „für ihre engagierte Arbeit und ihren unermesslichen Fleiß.“ Neuer 2. Vorsitzender wurde Hans-Dieter Hohlen aus Jever.
