Sandkrug - „Ein stabiler Schaum, leicht beige. Eine kastanienbraune Farbe, nicht trüb. Und es riecht fruchtig, ein Anflug von Mango- und Holunderblütenduft, bei dem eine leicht blumige Karamellnote mitschwingt.“ Wenn Timo Schwindt ein Bier beschreibt, weckt das bei dem Genießer mehr als Neugierde. „Wann darf ich endlich probieren?“, kann es ein Zuhörer kaum erwarten. Der Sandkruger Schwindt ist Bier-Botschafter. Mit seiner Firma „Crown Craft Culture“ (übersetzt „Krone, Handwerk, Kultur“) bietet der 32-Jährige ein so genanntes Bier-Tasting für private Runden, die Gastronomie, aber auch Firmen an, die ihren Mitarbeitern im Rahmen einer Feier einmal etwas anderes bieten wollen.
Crown Craft Culture
Den Anstoß zu dem ungewöhnlichen Hobby gab das Bierfest im Vorjahr in Oldenburg. „Ich war schon immer leidenschaftlicher Biertrinker und probiere gern etwas Neues aus“, erzählt der Bankkaufmann. Schwindt machte einen Lehrgang zum „Bier-Botschafter“ an der IHK Hamburg. Im Februar meldete er seine Firma „Crown Craft Culture“ an. Und im August folgt die Weiterbildung zum Biersommelier an der Genussakademie Doemens in München, die im Frühjahr mit Unterstützung des Deutschen Brauer-Bundes die Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers ausgerichtet hat.
Im Keller des elterlichen Hauses richtete sich Schwindt ein großes Lager verschiedener, handgemachter Biersorten ein. Zum umfangreichen Sortiment gehören regionale Biere wie „OL’s“, „Bannas“ oder „Stierbräu“. Auch internationale Biere, darunter das belgische Sauerbier, auch „Frucht Lambic“ genannt, irische Biere oder das tiefschwarze „Imperial Stout“ finden sich darunter. Stolz zeigt Schwindt auch Raritäten wie das „Krinnawible“, ein Whiskybier mit einem Alkoholanteil von 14,5 Prozent. Insgesamt 80 verschiedene Biersorten hat er ständig vor Ort.
Für seine Firma hat der Sandkruger ein eigenes Logo entwerfen lassen: Krone und Hopfensymbol. Es ist auf Bierdeckeln, Probierbrett, Gläsern und Bannern aus Leinen zu finden. In England hat er eine Tasche fertigen lassen mit Platz für sechs Bierflaschen. „Ab August möchte ich auch ein Bier-Abo anbieten“, sagt er.
Industrie-Biere schenkt Schwindt nicht aus. Bei den Tasting-Runden geht es um „Genuss und Erlebnis“: Der Bierbotschafter erläutert in der Regel sieben verschiedene Biersorten, erklärt Herkunft und erläutert Unterschiede. Eine große Rolle bei der Verkostung spielen Geschmack und Sensorik. „Ein Bier hat doppelt so viele Aroma-Komponenten wie Wein.“ Schwindt bringt zu der zwei- bis dreistündigen Vorführung auch Rohstoffe wie Gerste oder Malz mit. Die Resonanz ist groß. Der Sandkruger hat bereits in vielen privaten Runden, in Gastronomiebetrieben wie „Holla die Waldfee“ oder bei Firmen-Events sein Wissen weitergegeben. Auch auf Sonderwünsche, etwa die Organisation eines Bayerischen Abends, geht er gern ein.
Riesige Szene in USA
Und welchen Bier-Wunsch will sich Schwindt noch erfüllen? „Ich muss noch unbedingt nach Belgien und in die USA. Dort gibt es eine riesige Craft-Beer-Szene.“ Auch eine Bier-Wanderung quer durch deutsche Lande wäre vielleicht einmal eine Idee. Selbst brauen will Timo Schwindt nicht. Dann müsste er sich ja festlegen. Übrigens: Bei der kastanienbraunen Bierprobe handelt es sich um ein alkoholfreies „Nanny State“ aus der schottischen Brewdog-Brauerei. Zunächst etwas ungewohnt, aber dann lecker. Eine Kontaktaufnahme ist über die Homepage www.cc-culture.de möglich.
