Oldenburg - Sie alle zu probieren, ist wohl kaum zu empfehlen, aber es ist doch schön, wenn man die Auswahl hat: Mehr als 200 Biersorten sind im Angebot beim diesjährigen „Oldenburger Bierfest“. Vom 18. bis 20. Mai zeigen Gastronomen, Brauereien und Brauer auf dem Schlossplatz, dass der Biermarkt weit mehr bietet als Einheitsgeschmack.

„Wir freuen uns auf die Oldenburger und blicken einem rauschendem Fest entgegen“, verspricht Organisator Michael Solms. Angekündigt haben sich einige einige der bekanntesten Brauereien der Region, unter anderem aus Varel, Bremen und Aurich. Neu dabei dabei sind Bierproduzenten aus den Nachbarländern, wie die Delirium Brauerei aus Melle in Belgien, die Chouffe Brauerei aus den Ardennen und die holländische Brauerei La Trappe, deren Biere traditionell von Mönchen gebraut werden.

Da man mit Bierkennern inzwischen ähnlich intensiv diskutieren kann wie mit Weinliebhabern, gibt es ein weitreichendes Vokabular in der Szene. Damit Sie mitreden können, erklärt die NWZ einige der wichtigsten Begriffe.

Craftbier: Damit werden allgemein Biere bezeichnet, die handwerklich mit hochwertigen Zutaten und teilweise auch unkonventionellen Geschmacksrichtungen gebraut werden. Die Szene steht den großen Braukonzernen gegenüber und hat in den vergangenen Jahren einen hohen Zulauf sowohl an Brauern als auch an Kunden bekommen. Das in Deutschland fast als heilig angesehene Reinheitsgebot wird unter vielen kleinen Brauern eher als Hemmschuh für die Weiterentwicklung des Getränks gesehen.

Ober- und Untergärig: Wie sich ein Bier entwickelt, hängt vom verwendete Hefestamm ab. Die obergärige Hefe steigt bei der Gärung nach oben, die untergärige sinkt während des Prozesses nach unten. Das hängt mit der Art der Zellverbände zusammen, welche die Hefen bilden. Der jeweilige Gärprozess verleiht jeder Biersorte seinen eigentypischen Charakter.

Pilsner: Pilsner, oder auch Pils, ist ein untergärig gebrautes Bier, das meist leicht hopfenbetont ist und deutlich bitterer als die meisten anderen untergärig gebrauten Biere. Der Großteil der in Deutschland produzierten und verkauften Biere ist Pilsener.


Lagerbier: Der Alkoholgehalt von Lagerbieren liegt im Durchschnitt zwischen 4,5 bis 5,6 Prozent. Eine stärkere Hopfung macht das Bier haltbarer, was eben für die Lagerung von Vorteil ist. Gemeinsam mit der Vollmundigkeit ist das der wesentliche Unterschied zum Pilsner Bier.

Ale: Das Ale ist die übergeordnete Bezeichnung für obergäriges Bier. Die bekanntesten Vertreter dieser Gattung sind das Pale Ale und das India Pale Ale.

Stout: Das Stout ist ein obergäriges Bier, das vor allem durch seine tief-schwarze Farbe auffällt. Zudem hat es meist einen hohen Alkoholgehalt von mehr als sieben Prozent und schmeckt extrem malzig. Der Hopfen spielt eine untergeordnete Rolle. Dessen Bitterkeit soll die Süße des Malzes etwas ausbalancieren.

Starkbier: Zur Gattung Starkbier zählen alle Biere, die einen Stammwürzegehalt von mindestens 16 Prozent aufweisen. Zum Vergleich: Pilsener hat zehn bis zwölf Prozent. Je höher der Stammwürzegehalt ist, desto vollmundiger ist der Geschmack und desto höher ist der Alkoholgehalt. Das Schorschbräu aus Gunzenhausen gilt mit seinen 57,5 Prozent Alkohol als stärkstes Bier der Welt.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)