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BILDUNG „Geringere Motivation ist Kernproblem“

„Die Kulturtechniken wurden früher sicherer beherrscht“, sagt der Leiter der Berufsbildenden Schulen Wilhelmshaven, Wilfried Steenblock. In Sillenstede sprach er über veränderte Anforderungen für Berufseinsteiger.

Von Oliver Braun

Frage:

In welchen Berufen haben sich die Anforderungen in den letzten Jahren am gravierendsten verändert?

Steenblock:

In den meisten Berufen haben sich die Anforderungen stark verändert. Die technischen Berufe sind am meisten betroffen, deshalb sind sie quasi auch neu geordnet worden, will heißen: Die Ausbildungsinhalte und die Methoden wurden den aktuellen Anforderungen angepasst. Durch die Verbreitung der Kommunikationstechnik sind aber auch alle anderen Berufstätigkeiten von Veränderungen geprägt.

Frage:

Sind die Anforderungen dadurch automatisch schwieriger geworden?

Steenblock:

Nein, das kann man so nicht sagen. Waren früher bestimmte handwerkliche Fertigkeiten gefragt, die jetzt durch Maschineneinsatz abgelöst werden, ist das nicht gleich eine Steigerung der Schwierigkeit, wohl aber der Komplexität beruflicher Prozesse.

Frage:

Viele Ausbilder klagen über oft katastrophales Bildungsniveau der jungen Leute, die – trotz Schulabschluss – manchmal nicht einmal die simpelsten Grundrechenarten beherrschen. Hat es das vor 20, 30 Jahren in dieser Häufigkeit und Ausprägung auch gegeben?

Steenblock:

Kenntnisdefizite hat es früher auch gegeben, die so genannten Kulturtechniken wurden aber sicherer beherrscht. Statistisch ist die Aussage aber schwer zu belegen. Die geringere Motivation erscheint eher ein Problem zu sein.

Frage:

Haben die Schüler heute einfach nicht mehr genug Biss? Wird ihnen vieles vielleicht auch zu leicht gemacht?

Steenblock:

Das ist der eigentliche Kern des Problems! Die Bereitschaft, Schwierigkeiten zu überwinden, ist meines Erachtens geringer geworden. Wenn Schüler unbedingt etwas erlernen wollen, gibt es ausreichend Hilfsangebote. Der Weg in die Arbeitswelt erscheint einigen Schülern allerdings so aussichtslos, dass sie das nötige Durchhaltevermögen nicht immer aufbringen.

Frage:

Wo sehen Sie den Ausweg aus dieser Misere?

Steenblock:

Wir müssen glaubhaft darstellen, dass Anstrengung in übersichtlichen Zeithorizonten zu Erfolgen in der Berufsausbildung führt. „Theoretische Warteschleifen“ sind für die Motivation aller beteiligten Personen des Prozesses, also Schüler, Eltern wie auch für die Lehrer nachteilig. Schüler sollten möglichst frühzeitig in gesellschaftlich relevante Produktionsprozesse einbezogen werden.
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