Hollen/Hosüne - Das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Hollen lenkt den Blick auf einen eher unscheinbaren Teil von Gebäuden – den Heizungskeller. Unter dem Titel „Energiesparen im Untergrund“ wird darüber nachgedacht, wie der Heizungs- zum Unterrichtsraum werden kann – und die Technik „kinderleicht“ zu verstehen ist. „Von diesem Projekt können viele profitieren“, ist RUZ-Leiterin Marina Becker-Kückens überzeugt.
Worum es geht, erklärte Projektbetreuerin Katharina Witte am Dienstag gegenüber der Presse. Aktuell, so sagte die 29-jährige Physikerin, sei der Heizungsraum für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln – auch für die Kinder, die an Grundschulen der Region als „Energieteams“ tätig sind und die im RUZ das Rüstzeug dafür erhalten. „Man guckt auf die Technik, alles ist wirr, tausend Rohre.“ Unterrichtsmaterialien über den Heizungskeller, die für Kinder verständlich sind, gebe es nicht.
Hier will das RUZ für Abhilfe sorgen. In einem ersten Schritt, so sagte Witte, gehe es darum, eine Heizungsanlage verständlicher zu gestalten. Dazu würden die Warmwasserrohre mit roter, die Kaltwasserrohre mit blauer Isolierung ummantelt. Auch würden Geräte beschriftet und Sichtfenster eingefügt.
In Schritt zwei werde eine interaktive Heizungsanlage gebaut. An dem Modell könnten die jungen Energieteams dann selbst Einstellungen vornehmen oder Pumpen bedienen – und die Auswirkungen sehen. Das sei wichtig, um zu erkennen, wo Verbräuche gespart werden können.
Schritt drei sieht vor, zwei ausgewählte Schul-Heizungskeller so auszustatten, dass sie auch als „Unterrichtsräume“ genutzt werden können. Begleitet wird das Projekt durch Veröffentlichungen, in denen das im RUZ erarbeitete Konzept vorgestellt wird.
Das Projekt ist laut Katharina Witte auf zwei Jahre angelegt (bis 30. September 2017). Es wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mit 27 000 Euro gefördert.
