Hannover - Bio-Landwirte müssen sich gegen heftige Kritik an ihrer Tierhaltung wehren. Nach einem schockierenden ARD-Bericht über unzumutbare Lebensbedingungen für Hühner und Schweine in Bio-Ställen, der in dieser Woche ausgestrahlt wurde, sprechen die Agrarverbände von Einzelfällen. Für zusätzliche Aufregung sorgte eine US-Studie, nach der Produkte aus ökologischem Landbau kaum gesünder sein sollen als konventionell hergestellte Produkte.

Die gezeigten Verhältnisse dürften „nicht toleriert werden“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Chef des Dachverbandes der Öko-Lebensmittelproduzenten, der NWZ. Sie seien aber keinesfalls repräsentativ, sondern Ausnahmen.

Das Landvolk Niedersachsen nannte die Kritik unberechtigt. „Ein oder zwei Fälle sind nicht die ganze Bio-Branche“, sagte Landvolk-Sprecher Helmut Brachtendorf der NWZ. Biolandwirtschaft habe wie die konventionelle Landwirtschaft ihre Vor- und Nachteile. Das Agrarministerium in Hannover erklärte, dass der Ökolandbau durchaus seine Stärken habe, so etwa im Hinblick auf den Schutz der Böden oder die Tierhaltung. Bei der gesundheitlichen Wirkung gebe es keine Unterschiede zwischen Produkten aus Bioanbau und aus konventioneller Produktion.

Der Fraktionsvize der Landtagsgrünen, Christian Meyer, hält ebenfalls nichts von einer generellen Kritik. „Klar, es gibt immer mal wieder Missstände“, sagte er der NWZ. Bio-Landwirtschaft habe aber beim Klima- und Tierschutz klare Vorteile. „Es gibt weniger Belastungen.“