Ganderkesee - Der Biogas-Boom ist vorbei: Bis auf einen Fall seien in der Gemeinde Ganderkesee schon länger keine Anträge mehr auf Errichtung von Biomasseanlagen gestellt worden, teilt die Verwaltung in einer Vorlage für den Gemeindeentwicklungsausschuss mit, der an diesem Donnerstag, 26. Februar, ab 18 Uhr im Rathaus tagt. Daher stelle sich die Frage, heißt es weiter, ob zur Steuerung von Biogas-Bauvorhaben eine Änderung des Flächennutzungsplans noch erforderlich ist.

Im Sommer 2013 hatte der Gemeinderat ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes in die Wege geleitet, um ein Steuerungskonzept für die Errichtung von Biogasanlagen entwickeln zu können: Für diese sollten künftig Sonderflächen ausgewiesen werden. Im Rahmen des Änderungsverfahrens war der Erweiterungsbedarf sämtlicher landwirtschaftlicher Betriebe in der Gemeinde abzufragen. Dafür lag ein Angebot der Landwirtschaftskammer Oldenburg vor: 85 000 Euro wollte die Kammer für eine fachliche Befragung von 180 Betrieben haben – viel zu viel, befanden Politik und Verwaltung.

Also schrieb die Gemeindeverwaltung lieber zunächst selber die Landwirte an: 238 Fragebogen wurden verschickt; nun liegt die Auswertung vor: 43 Betriebe haben eine Erweiterungsabsicht bejaht, 31 sind noch unschlüssig und 42 planen keine Erweiterung – der Rest hat nicht geantwortet. Angesichts dieser Zahlen und mit Hinweis auf die ausbleibenden Anträge zum Bau von Biogasanlagen hält die Verwaltung eine Flächennutzungsplanänderung – und damit auch eine teure Facharbeit der Landwirtschaftskammer – nunmehr für entbehrlich.

Entscheiden. muss aber die Politik. Auf eine Beschlussempfehlung für die morgige Sitzung wurde verzichtet.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)