Wilhelmshaven - Die Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV) bekräftigt ihre Forderung, den Status „Weltnaturerbe Wattenmeer“ nicht auf Teile des Verkehrstrennungsgebiets in der Deutschen Bucht auszuweiten. Die geplante Überlagerung umfasst nach Angaben der WHV einen zwei Kilometer breiten und 30 Kilometer langen Streifen.

Das Verkehrstrennungsgebiet gehört als Ansteuerungsbereich zu den Revieren Jade, Weser und Elbe sowie zahlreichen Küstenhäfen zu den mit jährlich rund 100 000 Schiffsbewegungen zu den meist befahrenen Revieren der Welt. „Deshalb muss allein aus verkehrlichen Gründen das Verkehrstrennungsgebiet welterbefrei bleiben“, fordert WHV-Vorstandsmitglied Heiner Holzhausen. „Niemand würde auf die Idee kommen, auf einer viel befahrenen Autobahn einen Biotop-Streifen anzulegen.“

Das Niedersächsische Umweltministerium hatte noch im Juni beschwichtigend auf die Sorgen der WHV reagiert. Die „befürchtete Beeinträchtigung des Verkehrstrennungsgebietes Deutsche Bucht ist nicht gegeben, da der Welterbestatus keine zusätzlichen Beschränkungen mit sich bringt und sich an den Grenzen und Vorgaben des bestehenden Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer orientiert“, hieß es damals.

Die WHV bleibt skeptisch. „Mit einer geplanten Erweiterung des Weltnaturerbegebietes von etwa 47 000 Hektar muss es gut sein“, so Holzhausen. Die Zuordnung zum Weltnaturerbe Wattenmeer berge die Gefahr einer anschließenden Ausweisung als „PSSA-Gebiet“ (besonders empfindliches Meeresgebiet).

Das würde mit einer weiteren Verschärfung der Umweltauflagen mit negativen Beschränkungen und Folgen für Schifffahrt, Häfen und den Außenhandel einhergehen, befürchtet die WHV.