Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Pfadfinder „Jugendherberge“ heißt das ferne Ziel

Karsten Kolloge

BIRKENHEIDE - Der Name könnte wohl auch aus einem Reisekatalog stammen. „Tal der goldenen Sonne“ – so nannten Pfadfinder früher das Grundstück der Jugendherberge Birkenheide. Vielleicht habe die durch Binnendünen und gelben Sand geprägte Landschaft da Pate gestanden, rätselt Christoph Mengel. Vielleicht auch der wegen der teils spärlichen Bewaldung hohe Lichteinfall. Eines allerdings weiß der 38-Jährige sicher: Er will den Nimbus das traditionsreichen Fleckchens Erde wieder zu neuem Glanz führen.

Anfang dieses Jahres hat Mengel das vier Hektar große Waldgelände gekauft – ein Gelände, das er wie seine Westentasche kennt. Schon als Kind hatte er hier an einem Erntedankgottesdienst teilgenommen, „schloss-artig“ erschien ihm damals die noch bestehende Jugendherberge mit ihrem markanten Rondell.

1993, als die Pfadfinderschaft Nordmark in Ganderkesee ein Pfingstlager organisieren wollte, brachte Mengel eben dies Waldgelände ins Gespräch. Das frühere Jugendherbergsgebäude war zu diesem Zeitpunkt bereits abgebrannt. Dennoch: Die Pfadfinder fühlten sich wohl – so wohl, dass der Ganderkeseer Stamm Ganderik das Areal in Absprache mit den Eigentümern fortan zum Mittelpunkt seiner Aktivitäten machte.

In den folgenden Jahren, so erinnert sich Mengel, hätten die Pfadfinder den noch vorhandenen Keller der Herbergs-Ruine gesichert, auf dem Gelände „viel aufgeräumt“, Plätze für Zeltlager hergerichtet, das noch vorhandene „Hexenhaus“ teilweise restauriert. Allerdings: Der urtümliche Charakter des Geländes blieb erhalten.

Und jetzt? Auf jeden Fall bleibe „Ganderik“ auf dem Gelände, sagte Mengel, der zugleich Stammesleiter ist. Daneben könnten hier Zeltlager oder andere Veranstaltungen stattfinden, für Pfadfinder und auch andere Gruppen, die das einfache Leben in der Natur schätzen. Sicherlich werde es mit Rücksicht auf die Natur nicht ein Zeltlager nach dem anderen geben – „vielleicht alle zwei Monate eins“.


Langfristig hat der Ganderkeseer allerdings eine Vision – nämlich die, „dass hier wieder eine Jugendherberge steht“. Denkbar sei, Schritt für Schritt in diese Richtung zu gehen, zunächst zum Beispiel wieder ein Rondell zu erstellen. Ein solches Angebot, da ist sich Mengel sicher, wäre für die ganze Gemeinde eine Attraktion.

„Auf diesem Grundstück hat’s nie Langeweile gegeben“, sagt Christoph Mengel über die Liegenschaft in Birkenheide. Altpfadfinder kämen bei der Erinnerung an das Areal mit seiner Jugendherberge (mit 110 Betten) ins Schwärmen. Ein paar Zahlen aus der Chronik:

1927

wurde das Hauptgebäude durch den Bremer Architekten Prof. Eduard Scotland gebaut. Es beherbergte zunächst eine von Margarethe Golz geleitete Gymnastik-Schule (Freikörperkultur).

1932

ging das Gebäude, jetzt „Waldhaus Birkenheide“ genannt, ins Eigentum des Deutschen Jugendherbergswerks über. Die Eheleute Golz übernahmen den Part der Herbergseltern.

Nach 1945

waren im Haus Besatzungstruppen einquartiert. Tanzveranstaltungen fanden statt, zu denen auch viele Ganderkeseer kamen – bevor das Gebäude wieder zur Jugendherberge wurde. 1958 traten Elfriede und Helmut Stolle als letzte Herbergseltern ihren Dienst an.

1978

ging die Ära der „Jugendherberge Birkenheide“ zu Ende, ab jetzt war das Gebäude Wohnhaus. Zeitweise sei überlegt worden, ein Kulturzentrum zu schaffen, weiß Mengel.

1992

brannte der Großteil des Komplexes aus ungeklärten Gründen ab. Der stehen gebliebene Teil, darunter das Rondell, wurde abgerissen.
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden