Bissel - Frühjahrsputz auf dem Campingplatz „Tannenhof“ in Bissel: Aufgeräumt und mit einem neuen Gasthofpächter präsentiert sich das idyllisch gelegene Gelände in der Nähe der Ahlhorner Fischteiche. Die langjährige Pächterin Regina Schoner hat Ende Februar aus Altersgründen aufgehört, und damit ging es an die Renovierung von Gaststätte und Saal, der bis zu 80 Personen fasst. „Neue Stühle, neue Toiletten, neue Farbe – das volle Programm“, sagt der Eigentümer des Campingplatzes, Heiner Ratermann.
Eigene Vorstellungen
Dabei bringen auch die neuen Pächter Sarah und Jens Backhaus ihre Vorstellungen mit ein. Die beiden Ahlhorner wollen ab April das Zepter übernehmen. „Mein Mann, der derzeit noch als Lkw-Fahrer arbeitet, hat schon früher auf dem Campingplatz mitgeholfen und war hier Platzwart“, berichtet die 28-jährige Sarah Backhaus, die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte ist. Erste Erfahrungen in Küche und Service hat sie auch bereits gesammelt. Außerdem will das junge Ehepaar noch zwei Aushilfen für Küche und Service einstellen.
„Geöffnet sein soll der Gasthof mittwochs bis sonntags von 17 Uhr bis open end“, blickt Backhaus in die Zukunft. Die Küche wird an diesen Tagen von 18 bis 21 beziehungsweise 22 Uhr Schnitzelgerichte, Lendchen und andere Köstlichkeiten zaubern. „Außerdem planen wir am Wochenende ein Frühstücksbuffet auf Anmeldung“, verrät die 28-Jährige.
Zur Eröffnung am 1. April wird es passend zum traditionellen Osterfeuer einen Bierausschank sowie Bratwurst vom Grill geben. „Die Camper werden zeitnah zu Kaffee und Kuchen eingeladen, um die renovierten Räumlichkeiten zu bestaunen“, ergänzt Ratermann und hofft auf eine tolle Saison auf dem generalüberholten „Tannenhof“.
Vor vier Jahren hatte Ratermann, der handwerklich geschickt ist und gerne alte Häuser auf Vordermann bringt, den 1965 eröffneten Campingplatz erworben und sich damit einen langgehegten Wunsch erfüllt.
Entrümpeln
Sofort ging es ans Entrümpeln und Modernisieren des 3,7 Hektar großen Areals, das über 100 Dauercampingplätze sowie 30 Touristenplätze verfügt. Eine Solaranlage wurde installiert und der Damensanitärtrakt erneuert. „Der Spielplatz wird in naher Zukunft verlegt sowie neu gestaltet und es wird zwei Tretboote auf dem Badesee geben“, listet der rührige Campingplatzeigentümer auf. Außerdem steht der Herrensanitärtrakt bald im neuen Glanz zur Verfügung. Eine Bauvoranfrage für eine Gemeinschaftshütte der Camper hat die Gemeinde Großenkneten zudem bereits genehmigt, so dass Ratermann jetzt die Baugenehmigung beantragt.
Damit scheinen die dunklen Zeiten auf dem Campingplatz endgültig vorbei zu sein. Die hatten begonnen, als Ratermann Ende September 2015 Besuch vom Landkreis Oldenburg bekam.
Der kontrollierte als Folge der Missstände auf dem Campingplatz Aumühle/Wildeshausen, auf dem zahlreiche ausländische Billigarbeiter unter ärmlichen Bedingungen hausten, kreisweit alle Campingplätze (die NWZ berichtete). Anschließend wurde verfügt, dass von den seinerzeit 64 belegten Plätzen des „Tannenhofes“ 55 wegen Verstößen gegen die Campingplatzverordnung zurückgebaut werden mussten. Dabei ging es allerdings nicht um Billigarbeiter, sondern eher um profane Verstöße: Zum Teil hatten die Vorzelte der Wohnwagen unzulässige Überdächer, zum Teil waren die Schutzhütten größer als sechs Kubikmeter, zum Teil standen auf den Plätzen mehrere Wohnwagen.
Einspruch
Ratermanns Einspruch bei der Gemeinde Großenkneten und dem Landkreis Oldenburg brachte zwar einige Erleichterungen, aber grundsätzlich mussten die Verstöße beseitigt werden. Das ist nunmehr geschehen. „Das war schon hart, aber inzwischen sind fast alle Altlasten weg, Vordächer entfernt und Hütten abgerissen“, berichtet Ratermann.
20 Camper hat er verloren, aber auch zehn neue gewonnen, zum Beispiel aus Sage, wo der Campingplatz komplett geschlossen und in ein Baugebiet umgewandelt wird. Aktuell sind 50 der 100 Dauerplätze belegt. „Neue Camper sind also herzlich willkommen“, so Heiner Ratermann.
