BLEXEN - Der Geschäftsmann aus Bremen will das Küstenfort rekonstruieren. Er hatte die Insel im Jahr 2006 gekauft.
von ulrich schlüter
Mit ihren rund 16 000 Quadratmetern ist Langlütjen II die etwas kleinere der beiden Festungsinseln in der Wesermündung. Der Besitzer Jens-Torsten Bausch hat dennoch mit der verfallenen, unter Denkmalschutz stehenden Anlage Großes vor. Nach Auskunft des Bremer Geschäftsmannes möchte er den Originalzustand des Bauwerks wieder herstellen – ohne die Bewaffnung – und einen Hotelbetrieb mit Übernachtungsmöglichkeiten und Café integrieren. Die Investitionskosten beziffert der Eigentümer auf rund zehn Millionen Euro.
Im Januar 2006 hatte der Kaufmann den Zuschlag für Langlütjen II erhalten und sich sogleich daran gemacht, seine Pläne zu realisieren. Das Vorhaben gestaltet sich indes umfangreicher als zunächst angenommen. Es koste viel Zeit, die Genehmigungsverfahren in Bewegung zu setzen, sagt Jens-Torsten Bausch. Er habe sich mit mehreren Landes- und Bundesbehörden auseinander zu setzen. Momentan werde beispielsweise die Umweltverträglichkeit seines Vorhabens geprüft. Das Projekt könnte seiner Meinung nach schon weiter Fortgeschritten sein – denn die Zeit drängt.
Verheerende Schäden hatte die Sturmflut im November 2006 der Festungsinsel zugefügt. Investitionen in sechsstelliger Höhe waren nötig, um das Bauwerk gegen weitere Verwüstungen abzusichern. Eine weitere Sturmflut hätte Langlütjen II vernichtet, glaubt der Besitzer. Wäre Wasser in den Festungskern eingedrungen, hätte man die einzigartige Insel nicht mehr retten können.
Die Uferkante von Langlütjen II möchte der Geschäftsmann nun so schnell wie möglich schützen. Rund 800 000 Euro hat Jens-Torsten Bausch für die rund 200 fehlenden Sandsteinquader eingeplant, die der Blanke Hans in den zurückliegenden Jahrzehnten fortgerissen hat. Der ursprünglich verbaute Stein aus dem Weserbergland sei jedoch zu teuer. Indischer Sandstein komme dem Original sehr nahe und sei zudem kostengünstiger zu beziehen. Die Verträge mit der indischen Firma seien unterschriftsreif. Die Wiederherstellung des Inseldeichs sichert laut Jens-Torsten Bausch den Erhalt der Insel zumindest für die nächsten 50 Jahre.
Das alte Küstenfort möchte der Bremer nach der Fertigstellung für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Eiland biete sich geradezu als Freizeitgelände an. Für Bremerhaven sowie Nordenham und die Wesermarsch sei Langlütjen II eine Attraktion. Damit Touristen die Insel erreichen können, soll auch der Anleger für 400 000 Euro rekonstruiert werden. Wie beim Original kommt dann Eichenholz zum Einsatz.
Die Insel in der Wesermündung ist laut Jens-Torsten Bausch exterritoriales Gebiet. Zuständig sei das Land Niedersachsen. Sollte der Eigentümer in absehbarer Zeit den Bauantrag einreichen, müsste er das allerdings in Nordenham tun. Nach Auskunft des zuständigen Dezernenten Manfred Brunßen hat das Land die Kompetenzen an die Stadt Nordenham übertragen. Das Bauamt werde den Antrag bearbeiten, so Manfred Brunßen.
ab 1872 erbaut
