Blexen - Die blaue Farbe ist an vielen Stellen abgeblättert, der Rostfraß nicht zu übersehen. Der über 100 Jahre alte Hafenkran fristet in einem eingezäunten Bereich zwischen Steelwind-Werk und Weserschlösschen ein trauriges Dasein. Seine Aufgabe, als Technikdenkmal die maritime Bedeutung der Stadt Nordenham zu repräsentieren, kann er in seinem jetzigen Zustand nicht erfüllen. Doch die Fördergelder aus der Blexer Dorferneuerung machen es möglich, dass die Stadt Nordenham den ehemaligen Midgard-Kran wieder auf Vordermann bringen und ihn angemessen in Szene setzen kann. Inzwischen ist nach einigem Hin und Her auch geklärt, wo er künftig stehen soll.

Der Bauausschuss des Stadtrates hat auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, den historischen Drehkran gegenüber vom Weserschlösschen auf einer Fläche zwischen der Bundesstraße 212 und dem abgesenkten Teil des neuen Platzes am Fähranleger zu platzieren.

Allerdings klang in der Standortdiskussion an, dass sich bei einigen Ratsmitgliedern die Begeisterung über den Erhalt des Krans in Grenzen hielt. „Die Verwaltung möchte ihn, die Politik nicht unbedingt“, sagte FDP-Fraktionschef Manfred Wolf. Da aber auch er die Vorgaben des Förderbescheids kennt, weiß Manfred Wolf, dass die Kran-Restaurierung ein fester Bestandteil des Dorferneuerungsprogramms ist. Hintergrund ist der Bezug zu dem Hafen, der sich einst in Blexen befunden hatte.

Stadtplaner Tim Lorenz machte in der Ausschusssitzung deutlich, dass es nicht all zu viele Standort-Alternativen für den historischen Kran gibt. Denn das Gewicht des Technik-Denkmals erfordere einen gut verdichteten Untergrund. Die neu verfüllten Flächen hinter der Spundwand kämen nicht in Frage, weil dort Setzungen zu erwarten seien. Zudem sei es sinnvoll, den Kran möglichst nah am ehemaligen Blexer Hafenbecken aufzustellen, um eine räumliche Verbindung zu schaffen. „Ein Abstellen des Drehkrans auf der grünen Wiese entspricht nicht der Intention des Förderantrags“, betonte Tim Lorenz.

Die Deutsche Maschinenbau-Aktiengesellschaft (Demag) hatte den Kran einst für das Hafenunternehmen Midgard angefertigt. Von 1910 bis 1988 war er im Nordenhamer Stadthafen im Einsatz. Als der Kran nicht mehr benötigt wurde, verschenkte die Midgard ihn an die Stadt Nordenham.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)