BLEXEN - BLEXEN - Die Festungsinsel Langlütjen II hat einen neuen Besitzer. Eigentümer ist jetzt der Bremer Geschäftsmann Jens-Torsten Bausch (Jahrgang 1954), der nach eigenen Worten in der Immobilienbranche tätig ist. Den Kaufpreis dürfe er nicht nennen, sagte Bausch auf Anfrage der NWZ . Über die Summe sei mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit Sitz in Magdeburg Stillschweigen vereinbart worden. Die notarielle Beurkundung erfolgte am 13. Januar. Der Bund hatte die rund 17 000 Quadratmeter große Insel zu einem Preis von 100 000 Euro angeboten.

Er hege mit dem Inselkauf keine wirtschaftlichen Absichten, teilte der gebürtige Bremer, der Gründer und Aufsichtsratsmitglied der Mercatura Cosmetics Bio Tech AG in Achim ist, gestern mit. Das künstlich angelegte Inselfort sei ein Stück Kulturgeschichte und daher erhaltenswert. Es sei ein Trauerspiel, dieses Baudenkmal der Natur zu überlassen. Zunächst müssten der weitere Verfall der Insel gestoppt und die Deckschichten wiederhergestellt werden. Vor allem der nördliche Bereich sei durch Sturmfluten sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Sanierung werde mit eigenen Fachleuten erfolgen.

Der neue Eigentümer möchte nun mit den Behörden zusammenkommen, um ein gemeinsames Konzept zum Erhalt der Insel auszuarbeiten. Langlütjen II, in den Jahren 1872 bis 1876 entstanden, liegt wie die Nachbarinsel Langlütjen I (Bauzeit 1869/70) inmitten des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und steht unter Denkmalschutz. Der Eigentümer ist gesetzlich an die Natur- und Denkmalschutzbestimmungen gebunden. Die Nutzungsmöglichkeiten sind daher eingeschränkt. Laut Bausch soll die Insel als Baudenkmal erhalten und als Museum genutzt werden. Ein Zugang sei jedoch nur in Verbindung mit Führungen möglich. Ein willkürliches Betreten des ehemaligen Weserforts schloss er aus.

Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte könnte eine Hochschule betraut werden, sagte Bausch. Vielleicht sei das ja ein Thema für eine Diplomarbeit. Eine andere Aufgabe stehe aber im Vordergrund: „Hier geht es zunächst um Baufachleute“, betonte der Bremer. Für Illusionen sei kein Platz.

Im August 2005 hatte sich Bausch einen Eindruck vom Zustand der Insel verschafft. Er sei durch die Presseberichte auf das Objekt aufmerksam geworden und habe so von der Existenz des Küstenforts in der Wesermündung erfahren. Dass überhaupt eine deutsche Insel zum Verkauf stand, sei doch etwas Besonderes.


Mit dem Verkauf der Insel sind die Pläne des Kaufinteressenten Christoph Gerecke aus dem Landkreis Cuxhaven erst einmal gescheitert, auf der Insel ein Mahnmal zu errichten und touristisch zu nutzen. Zu diesem Zweck hatte sich der Förderverein „Inselfort Langlütjen II“ gegründet.

Wie die Nebenstelle der Bundesanstalt in Oldenburg mitteilt, steht der Verkauf der Nachbarinsel Langlütjen I – ebenfalls an einen privaten Betreiber – kurz vor dem Abschluss. Sie war auch für 100 000 Euro ausgeschrieben. Der Kaufvertrag werde in den nächsten Tagen beurkundet, teilte die Behörde auf Anfrage der NWZ mit.