BLEXEN - BLEXEN - Der Hegering Nordenham macht sich Sorgen um das Rehwild in seinem Gebiet. Wie der Leiter Rolf Medau bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Zur Eiche“ in Blexen mitteilte, sind seit April vergangenen Jahres 13 Rehe durch den Autoverkehr ums Leben gekommen. Das geht aus dem Streckenbericht der Jäger hervor. Fünf Rehe seien geschossen worden. „72 Prozent Fallwild. Das ist eine ganz traurige Bilanz“, sagte Medau.

Ein Grund dafür ist nach Einschätzung von Medau der Bau des Nordseecenters in Atens. Dort sei das Rehwild früher zum Äsen hingekommen. Inzwischen orientierten sich die Tiere aus dem Stadtwald in Richtung Norden – und überqueren dabei die Bundesstraße. Trotz Wildwechsel- und Tempo-70-Schildern kommt es gehäuft zu Unfällen. Mit Vorkehrungen, über die sich vermutlich schon manch ein Autofahrer gewundert hat, versuchen die Jäger jetzt, die Situation zu entschärfen. An den Bäumen entlang der B 212 haben sie CDs aufgehängt. Außerdem wurden einige Stämme mit Aluminiumfolie umwickelt. „Damit können wir zwar nicht verhindern, dass die Tiere die Straße überqueren. Aber durch die Reflektion werden sie aufmerksamer.“ Medau wünscht sich auch von den Autofahrern mehr Aufmerksamkeit, vor allem während der Morgen- und der Abenddämmerung.

Stark zurückgegangen ist nach den Worten von Medau die Hasenpopulation. Im Jagdjahr 2005/2006 wurden bisher 98 Hasen zur Strecke gebracht. im Vorjahr waren es 180. Wie Medau mitteilte, hat dieser Rückgang unter anderem mit dem Einbruch der Mäusepopulation zu tun. Beim Raubwild, das es bevorzugt auf Mäuse abgesehen hat, gilt der Hase als Nahrungsalternative.

Anders als beim Hasen hat der Fuchsbestand nach den Worten von Medau überhand genommen. Der Streckenbericht weist 24 Füchse aus. „Vor einigen Jahrzehnten galt es noch als Sensation, wenn hier ein Fuchs geschossen wurde.“ Inzwischen aber hat Reineke die Ruhe im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu schätzen gelernt. Und mittlerweile drängt er aus dem Deichvorland auch zu nehmend ins Landesinnere.

Der Fuchs wird übrigens – wie auch der Steinmarder (12 Tiere wurden zur Strecke gebracht) und der Hermelin (3) mit Fallen bejagt. Die Kaninchen (17) befinden sich nach der Seuche vor fünf Jahren im Aufwärtstrend. Die Zahlen beim Flugwild: Fasan (11), Ringeltaube (11), Stockente (56), Krickente (3), Pfeifente (2), Graugans (174), Blässgans (23), Nonnengans (8), Silbermöwe (4), Lachmöwe (6), Rabenkrähe (81) und Elster (41).


Wie Medau mitteilte, konnten Bläss- und Nonnengänse nur aufgrund einer Sondergenehmigung bejagt werden. Medau forderte eine generelle Freigabe, weil die Tiere große Schäden an Aussaaten verursachten.

Mit dem Thema Vogelgrippe geht Medau gelassen um. „Ich sehe keinen Grund zur Panikmache“, sagt er. Bei der Verwertung des Geflügels werde streng auf die Einhaltung von Hygienevorschriften geachtet.

In seinem Jahresrückblick ging der Hegering-Leiter unter anderem auf die Ferienpass-Aktionen ein, die hervorragend angenommen werden. Der Hegering will auch in diesem Sommer wieder naturkundliche Führungen im Seenpark-Gelände in Blexersande anbieten.

Zwei Mitglieder des Hegerings durften sich über Ehrungen freuen. Ausgezeichnet wurde Walter Krenke für 40-jährige Mitgliedschaft; außerdem Franz Geil, der 33 Jahre lang stellvertretender Vorsitzender war.