BLEXEN - Nach dem jetzigen Genehmigungsstand dürfen auf dem Flugplatz in Blexen nur Segelflieger starten und landen. Doch wenn es nach dem Airbus-Weser-Luftsportverein geht, kommen bald Motorflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge hinzu. Der Verein hat bei der Luftfahrtbehörde beantragt, das Areal auf dem Groden als „Sonderlandeplatz PPR“ auszuweisen.

Die Abkürzung PPR steht für Prio Permission Required und bedeutet, dass auf einem Fluggelände ohne ständige Towerbesetzung vor dem Landen eine Erlaubnis per Telefon oder Funk eingeholt werden muss.

Die Blexer Luftsportler halten die Erweiterung der Betriebsgenehmigung für erforderlich, um die Existenz ihres Vereins und des Flugplatzes zu sichern. Für die zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten bestehen aus Vereinssicht mehrere gute Gründe. Der Vorstand verweist darauf, dass es von örtlichen Firmen immer wieder Anfragen nach Landemöglichkeiten für Motorflugzeuge bei kurzfristigen Geschäftsterminen gebe. Auch von Seiten der Stadt Nordenham sei ein solches Interesse geäußert worden, weil sich mit einem Landeplatz für Motorflugzeuge bis zu einem Höchstgewicht von zwei Tonnen die Verkehrsinfrastruktur verbessern ließe.

Mit der Nutzungsfreigabe für Ultraleichtflugzeugen möchte der Verein einem Trend in der Sportfliegerei gerecht werden. Diese kostengünstigen, areodynamisch gesteuerten Kleinmaschinen erfreuen sich bei Hobby-Piloten zunehmender Beliebtheit.

Mit der Anerkennung als Sonderplandeplatz verbindet der Verein die Absicht, die Zahl der Flugbewegungen zu erhöhen. Waren es es in den sechs verkehrsreichsten Monaten eines Jahres bislang maximal 630 Flugzeugbewegungen, sollen es künftig 1000 sein.


Um zu belegen, dass es trotz der erweiterten Nutzung nicht zu unzulässigen Lärmbelästigungen kommt, haben die Luftsportler ein schalltechnisches Gutachten in Auftrag gegeben. Daraus geht hervor, dass für die angrenzende Wohnbebauung zu keiner Zeit mit einer Überschreitung des Richtwertes von 50 dB (A) zu rechnen sei. In seinem Antrag betont der Verein, dass die bisherigen Betriebszeiten nicht verändert werden und es getrennte Platzrunden für Segelflieger und Motorflugzeuge geben soll.

Im Zuge des Gemehmigungsverfahrens hat die Luftfahrtbehörde die Stadt Nordenham zu einer Stellungnahme aufgefordert. Als sich jetzt der Bauausschuss mit dem Thema befasste, einigten sich die Stadtratsfraktionen darauf, zunächst das Meinungsbild der Anwohner abzuwarten. Die Luftfahrtbehörde will eine Bürgerbeteiligun abhalten, in der Einwände vorgebracht werden können. Der Knackpunkt dürfte die Frage der Lärmbelästigung sein. In diesem Zusammenhang regte FDP-Ratsherr Manfred Wolf an, in der Genehmigung bestimmte Flugzeugtypen je nach Lärmwert festzuschreiben.

Bis zum 1. September hat die Stadt noch Zeit für ihre Stellungnahme.