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Nachruf Der Junge aus Breslau wurde ein überzeugter Blexer

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BLEXEN - Der langjährige Vorsitzende des Bürgervereins Blexen, Horst Fruhner, ist jetzt gestorben. Er wurde 77 Jahre alt.

Im Viehwaggon

Horst Fruhner war 12 Jahre alt, als er im Februar 1946 aus Breslau nach Blexen kam. Fast die ganze Fahrt hatte er mit seiner Familie unter erbärmlichen Bedingungen in einem Viehwaggon zurückgelegt – zusammen mit vielen anderen Familien aus seiner Heimatstadt. In der schlesischen Hauptstadt war er am 7. Dezember 1933 geboren worden. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg wurden fast alle Deutschen vertrieben.

Die erste Nacht nach ihrer Ankunft in Nordenham verbrachten sie im Gymnasium, dann wurden sie nach Blexen verwiesen. Horst Fruhner ist dort nie wieder weggegangen.

Er fand Arbeit in der Schlosserwerkstatt der Hüttenbetriebe, wo er es bis zum Obermeister brachte. Horst Fruhner war bekannt als Mann, der eine Meinung hatte und zu ihr stand. Nicht nur einmal dankte er den Blexern öffentlich für ihre freundliche Aufnahme.

1970 trat er dem Bürgerverein Blexen bei, 1976 besuchte er zum ersten Mal eine Jahreshauptversammlung. Als der Vorsitzende Kurt Grube die mangelnde Resonanz bei den Versammlungen kritisierte, riskierte Horst Fruhner eine freche Lippe: „Das muss nur richtig organisiert werden“, rief er aus. Prompt wurde er zum Vorsitzenden des Vergnügungsausschusses gewählt. 1977 wurde er 2. Vorsitzender, 1978 die Nummer 1.


Insgesamt 28 Jahre lang, bis zum Februar 2006, hatte er diese Position inne. Auch unter der Leitung von Horst Fruhner blieb der Bürgerverein Blexen das, was er seit seiner Gründung am 23. Dezember 1894 immer gewesen war: das Sprachrohr der Blexer gegenüber Rat und Verwaltung. Wenn Straßenlampen, Zebrastreifen oder Buswartehäuschen fehlen, dringt der Bürgerverein auf Abhilfe – und das oft mit Erfolg, wie Fruhner am Ende seiner Amtszeit bilanzierte.

Drei Mal im Jahr bespricht der 250 Mitglieder zählende Verein diese wichtigen Anliegen bei seinen Versammlungen. Gemeinsame Vergnügungen stehen erst an zweiter Stelle. Damit sie nicht vergessen werden, führte Horst Fruhner den sommerlichen Halbtagsausflug mit dem Bus wieder ein. Außerdem sorgte er dafür, dass der Verein für 20, 30- und 50-jährige Mitgliedschaft wieder Ehrennadeln verleiht. Ebenfalls in Fruhners Zeit als Vorsitzender fällt die Erneuerung der Satzung 1990 – es war die erste Veränderung seit 1894.

Immer präsent

Zu seinem Nachfolger wurde Siegfried Rüdiger gewählt. Horst Fruhner wurde zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. „Der Bürgerverein war Horst Fruhners Ding“, fasst Siegfried Rüdiger zusammen. „Er hat den Zusammenhalt der Vereine gefördert, weil er immer präsent war und Anregungen gegeben hat.“

An diesem Dienstag haben alle, die sich Horst Fruhner verbunden fühlen, von 10 bis 12 Uhr Gelegenheit, in der Blexer St.-Hippolyt-Kirche am geschlossenen Sarg von ihm Abschied zu nehmen. Trauerfeier und Beisetzung finden auf seinen Wunsch im engsten Familienkreis statt.

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