BLEXEN - Der Verein ist das Sprachrohr der Bürger. Feiern stehen erst an zweiter Stelle.
von henning bielefeld
BLEXEN - Vor genau 60 Jahren, im Februar 1946, kam der damals zwölfjährige Horst Fruhner mit seiner Familie nach Nordenham – als Vertriebene im Viehwaggon aus Breslau. Die Fruhners verbrachten eine Nacht im Gymnasium, dann wurden sie nach Blexen verwiesen. Horst Fruhner ist dort nie wieder weggegangen.Vor genau 30 Jahren besuchte Horst Fruhner erstmals eine Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Blexen, dem er seit 1970 angehört. Als der Vorsitzende Kurt Grube die mangelnde Resonanz bei den Veranstaltungen kritisierte, riskierte Fruhner eine freche Lippe und rief: „Das muss nur richtig organisiert werden.“ Prompt war er Vorsitzender des Vergnügungsausschusses. Ein Jahr später wurde er – unter Hermann Popken – 2. Vorsitzender, 1978 die Nummer 1.
28 Jahre hat er diese Position inne – länger als jeder andere Vorsitzende –, und in der Jahreshauptversammlung am Montag gibt er sie ab. Es ist an der Zeit, ist der 72-Jährige überzeugt.
In all den Jahren ist der Bürgerverein das geblieben, was er seit seiner Gründung am 23. Dezember 1894 immer war: das Sprachrohr der Bürger gegenüber Rat und Verwaltung. Wenn Straßenlampen, Zebrastreifen oder Buswartehäuschen fehlen, dann nimmt sich der Bürgerverein Blexen der Sache an – oft mit Erfolg, wie Fruhner betont: „Die Stadt hat uns sehr viele Wünsche erfüllt.“ Zu den unerfüllten Anliegen zählt die Erhaltung des Nordbades. Drei Mal im Jahr werden die Themen bei Versammlungen besprochen.
Gemeinsame Vergnügungen stehen im Verein erst an zweiter Stelle. So gibt es in der Vorweihnachtszeit einen Seniorennachmittag und im Sommer einen Halbtagsausflug mit dem Bus. Den hatte Fruhner wieder eingeführt. Außerdem wurden unter seiner Leitung Ehrennadeln für 20-, 30- und 50-jährige Mitgliedschaft wieder eingeführt und 1990 die Satzung erneuert – zum ersten Mal seit 1894.
Dankbar ist Horst Fruhner Klaus Hüppauf und Anna Lefeber für die Übertragung der alten Protokollbücher von der deutschen in die lateinische Schrift und Hans-Gottlob Schüler für die Bücher zum 95- und zum 100-jährigen Bestehen des Vereins. Zwei Exemplare überreichte Regina Herms den Zauberern Siegfried und Roy in Las Vegas. Ihr Vater Fritz Herms ist immer noch Kassierer und sammelt zuverlässig die zehn Euro Jahresbeitrag ein. Vor allem die älteren der 250 Mitglieder wissen diesen sozialen Kontakt zu würdigen.
So wie Fritz Herms schätzt Horst Fruhner die gesamten Führungsriege: „Ich habe einen wunderbaren Vorstand. Die Kollegen haben mir die Arbeit immer leicht gemacht, obwohl sie wissen, dass ich Ecken und Kanten habe.“
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