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Umweltschutz In Blexersande Lösung gegen Fischsterben im Seenpark I gesucht

Horst Lohe

Blexersande - „Wir hoffen, dass die Wasserqualität im Seenpark I so verbessert werden kann, dass künftig auch in extremen Wetterphasen kein Fischsterben mehr zu beklagen sein wird“, sagt Harald Unland. „Wir sind aber noch am Anfang“, fügt der  Gartenbautechniker hinzu, der in der Stadtverwaltung zuständig ist für Grünflächen und Umweltangelegenheiten.

90-Prozent-Förderung

Noch in diesem Jahr will die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die Aufschluss geben soll, was konkret zu tun ist für eine nachhaltige Lösung gegen Fischsterben. Das Veterinäramt drängt auf Nachhaltigkeit. Die Finanzierung ist für die klamme Stadt äußerst günstig, denn sowohl für diese Studie als auch für die Umsetzung von Maßnahmen gibt es Fördergeld: 90 Prozent.

Die Leiterin des Bauverwaltungsamtes, Sabine Walther, war auf das aus EU-Mitteln gespeiste Förderprogramm „Seenentwicklung“ des Landes aufmerksam geworden. Der zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat die Förderung für Nordenham jetzt bewilligt.

Am Rande eines EU-Vogelschutzgebietes

Normalerweise werden Sanierungen und Restaurierungen von Seen mit einer Fläche von 50 Hektar gefördert. Berücksichtigt werden können aber auch kleinere Gewässer, die für Wasserwirtschaft, Naturschutz oder ländliche Entwicklung von Bedeutung sind.

Daher ist das Blexersander Seenparkgelände mit einer Gesamtfläche von 12,5 Hektar in die Förderung aufgenommen werden, zumal es an ein EU-Vogelschutzgebiet grenzt. Untersucht und gefördert wird wegen der Größe und des Zusammenhangs dieser Seen aber nur der Seenpark I.

Zu Fischsterben ist es im Seenpark I schon mehrmals gekommen. Das Gelände reicht westlich der Bundesstraße 212 von der Burgstraße in Phiesewarden bis zum Blexer Sieltief; von dort bis Coldewärf erstreckt sich der Seenpark III. Das Seenparkgelände II befindet sich auf der anderen Seite der Bundesstraße  212 am Sandinger Weg.

Harald Unland schätzt die Kosten der Machbarkeitsstudie auf 26 000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt an den Kosten beliefe sich somit auf nur 2600 Euro. Wie hoch die Kosten der Umsetzung sein werden, lässt sich erst abschätzen, wenn die Untersuchung abgeschlossen ist.

Die Machbarkeitsstudie muss gemäß Förderrichtlinien bis Februar 2020 vorliegen. Die Umsetzung muss bis 2022 erledigt sein.

Gemäß Förderprogramm sollen Vorhaben unterstützt werden, die zur Verbesserung der Wasserqualität und des ökologischen Zustandes an Seen beitragen. Davon profitieren nicht nur Natur und Umwelt, sondern auch die Gewässer-Nutzer.


In Nordenham wird nicht nur die Umwelt und der Butjadinger Fischereiverein als Pächter des Gewässers profitieren, sondern jeder Bürger. Denn das vor Jahrzehnten angelegte Blexersander Seenparkgelände hat sich längst zu einem attraktiven Naherholungsgebiet entwickelt. „Dieser stadtnah, gleichsam vor den Toren liegende Seenpark ist ebenso wie der Stadtwald eine große Bereicherung für Nordenham“, unterstreicht Harald Unland.

Verursacht worden ist ein Fischsterben bisher infolge Sauerstoffmangel bei andauernden hohen Temperaturen in Verbindung mit dem Auftreten von Blaualgen – meist jeweils Ende August.

Vorübergehende Besserung brachten Einsätze der Feuerwehr, die das Wasser mittels Pumpen umwälzte. Zudem sind im westlichen Bereich alle Bäume entfernt worden mit dem Ziel, mit Hilfe des Windes mehr Sauerstoff ins Wasser zu bringen.

Im Sommer dieses Jahres gab es trotz außergewöhnlicher Hitze und und Blaualgen kein Fischsterben. Die Machbarkeitsstudie soll Aufschluss geben, was getan werden kann, um künftig jedes Fischsterben zu vermeiden – auch bei extremen Wetterlagen.

Alles auf Prüfstand

Dazu werden vielfältige Analysen auch über Wassertiefen, Temperaturen, Wasserqualität und Flora und Fauna während der vier Jahreszeiten vorgenommen. Niederschläge und Sedimentablagerungen werden ebenfalls detailliert erfasst. Beauftragt werden soll damit ein Limnologisches Institut. Die Limnologie ist die Wissenschaft von den Binnengewässern als Ökosystemen.

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