Ganderkesee - Ein paar Pflanzen und zwei Lampenköpfe fehlen noch – ansonsten ist die Neugestaltung des Arp-Schnitger-Platzes und des nördlichen Rings abgeschlossen. Das freut vor allem die Kaufleute, die monatelang auf eine Baustelle geblickt haben. „Wir sind heilfroh, dass das vorbei ist“, sagt Kai Horstmann, Inhaber des Modegeschäfts Cactus, das im März – direkt hinter der Baustelle – am Ring eröffnet wurde. „Aber mit dem Ergebnis sind wir sehr, sehr zufrieden.“
Zwar habe er keine Vergleichswerte, sagt Horstmann. Doch er habe nicht den Eindruck, dass die Bauarbeiten die Kundschaft abgeschreckt hätten. „Wir haben in der Anfangszeit sehr von der Neugier der Leute profitiert.“ Gleichwohl sei nach der Freigabe des Rings im August ein Schub zu spüren gewesen. Froh ist Horstmann darüber, dass der Ring weiterhin in beide Richtungen zu befahren ist. Und auch das Parkplatzangebot empfindet der Einzelhändler als großen Vorteil.
Eben das sieht der Orts- und Heimatverein (OHV) Ganderkesee kritisch. Er hatte sich im Vorfeld der Baumaßnahme für eine Gestaltung eingesetzt, die vor allem auf Aufenthaltsqualität setzte. Der Entwurf des Vereins sah Sitzecken, verschiebbare Blumenkästen und dekorativere Leuchten vor. „Es ist ein anderer Platz geworden als wir ihn uns vorgestellt haben“, sagt OHV-Vorsitzender Gerold Ahlers. „Aber wir müssen und können damit leben, was die politischen Kräfte entschieden haben.“
Für die Bedenken, die Rat und Verwaltung bezüglich der Blumenkästen geäußert haben, hat Ahlers Verständnis. „Blumen müssen nun mal gegossen werden.“ Dennoch finde er, dass in der Mitte der vom OHV mitgestalteten Straßengalerien „noch Platz für einen Blumentopf“ sei. „Vielleicht hat ja jemand eine gute Idee, wie der Platz dekorativer werden könnte“, hofft Ahlers.
Als „nüchterner“ empfindet auch Uhrmachermeister Werner Michael den neuen Platz. „Die Gemütlichkeit, die vorher da war, ist verschwunden. Das hätte man ausbauen können.“ Dennoch gefalle ihm, was er durch sein Schaufenster sieht. Von den Leuchten abgesehen halte er die Baumaßnahme für sehr gelungen. Vor allem die Straßengalerien gefallen dem 86-Jährigen, der sein Geschäft am Ring seit mehr als 30 Jahren betreibt. Zwei große Veränderungen des Platzes vor der Kirche habe er in dieser Zeit erlebt, erzählt Michael, und „im Großen und Ganzen hat der Platz gewonnen“.
