Cloppenburg - Der Blick in Nachbars Garten steht bei Menschen aus der Region hoch im Kurs, wie Touristiker und Gartenbesitzer in den vergangenen zwölf Monaten feststellen konnten. Die Initiative „Visiten Touren“ im Oldenburger Münsterland läuft hervorragend. Das bestätigte Karin Vogel, stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismus-Vereins „Erholungsgebiet (EG) Thülsfelder Talsperre“, auf Nachfrage.
Die Aktion „Visiten Touren“ wurde offiziell im Juni 2013 ins Leben gerufen, initiiert von den Touristikern – unter anderem den Tourismusverbänden EG Dammer Berge, Nordkreis Vechta und EG Thülsfelder Talsperre – und etlichen Gartenbesitzern. Ziel war es, Privatgärten und insbesondere Parks in einer Broschüre vorzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
34 Gartenbesitzer fanden sich, die ihre Kleinode zeigen wollten. Neben den Privatgärten wurden 14 öffentliche Parks in die 64 Seiten umfassende Broschüre aufgenommen. Erarbeitet wurde das Heft von Gartenexpertin Elke Schwender. Ein Jahr lang hatte sie die grünen Oasen aufgesucht und nach ihrer künstlerischen Qualität, der Bepflanzung und Einbindung in die Landschaft bewertet. Die ausgewählten Gärten sind äußerst unterschiedlich und erstrecken sich von 800 Quadratmetern bis hin zu fünf Hektar. Unter ihnen befinden sich der Japanische Garten von Josef und Maria Meyer aus Steinfeld und die weitläufige Parkanlage der Familie Werner in Emstek.
Für die Zukunft hofften Schwender und ihre Mitstreiter, dass das Angebot auf Resonanz stößt und auch das Interesse anderer Gartenbesitzer weckt, um sich „Visiten Touren“ anzuschließen. Das ist gelungen, wie Karin Vogel und ihre Kollegin Marion Kessens, Geschäftsführerin der Tourist Information Nordkreis Vechta, zufrieden bilanzierten.
„Generell wurde die Initiative gut angenommen“, so Vogel. Vor allem das Herzstück, die Aktion „Tag der offenen Gartenpforte“ im Juli dieses Jahres, gefiel den Ausflüglern. Laut Vogel ist geplant, im Herbst die Vorbereitungen für eine Neuauflage der Broschüre in Angriff zu nehmen. Dann sollten auch neue Interessenten mitaufgenommen werden, vorausgesetzt, sie erfüllen die Kriterien.
Wie Kessens mitteilte, wolle die Tourist-Information Nordkreis Vechta zudem einige Gärten in ihr Radtour-Angebot einbinden. Da die gesamten Kosten für die Erstellung der Broschüre zu Lasten der Touristiker gehe, plädiere sie dafür, dass die Gartenbesitzer, die für ihre Führungen – meist individuell vereinbar – Eintrittsgelder erheben, irgendwie an den Kosten beteiligt werden. Doch darüber müsse noch beraten werden.
