Hude/Lintel - In der Klostergemeinde wurde vielerorts fröhlich in den Mai getanzt. Und das gleich an beiden Wochenendtagen. Am Sonnabend, 30. April, stellten die Huder Handwerker wieder ihren Maibaum auf.
Die Freiwillige Feuerwehr aus Hude stellte ihre gesammelten Kräfte zur Verfügung und hievte den Baum in die Höhe. Auch Bürgermeister Holger Lebedinzew feierte mit den Hudern in den Mai und ließ sich die Ehre nicht nehmen, dass erste Bierfass anzuzapfen. Wie in vielen Jahren zuvor auch schon, gab der Huder Shantychor den richtigen Ton zur Maifeier an.
Gute Lage im Handwerk
Heiko Posegga hielt stellvertretend für die Handwerker eine Rede, in der er auch auf die aktuelle Entwicklung des Handwerkes und der Gemeinde Hude einging.
Die Lage im Handwerk und insbesondere im Bauhandwerk sei nach wie vor gut, die Betriebe gut bis sehr gut ausgelastet – die Handwerker seien also zufrieden, leitete Posegga in seine Rede ein. „Die Arbeitslosenzahlen sind historisch niedrig, die Steuereinnahmen sprudeln und das Wirtschaftswachstum ist mit 1,7 Prozent beachtlich“, fasste er die aktuelle Lage zusammen. Nun sei es wichtig, die gute Lage zu nutzen und sich auf zukünftige Entwicklungen vorzubereiten. Denn auch wenn es aktuell gut aussehe, würden viele den beginnenden Fachkräftemangel zu spüren bekommen und dem müsste entgegengewirkt werden. Denn auch wenn eine Rente mit 70 in einigen Berufen gehe, wer solle mit 70 als Dachdecker noch aufs Dach klettern, fragte er in die Runde.
Daher sei es wichtig, auszubilden und vor allem diejenigen im Blick zu haben, die ein Studium beginnen und wieder abbrechen. Dies seien immerhin ein Drittel aller Studierenden.
Auch auf Flüchtlinge ging Posegga ein, denn die vor Krieg und Zerstörung Geflohenen bräuchten Hilfe und seien im Handwerk willkommen. „Eine Integration kann nur bei denen gelingen, die schnell schulische Bildung erhalten, über ausreichend Deutschkenntnisse verfügen und eine Berufsausbildung absolvieren und danach als Facharbeiter der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagte er. Im Oldenburger Land wurden bereits die ersten 40 Lehrverträge abgeschlossen.
Ortsbild erhalten
Zum Abschluss seiner Rede drückte Posegga das Bedauern der Huder Handwerker darüber aus, dass die Huder Baukultur in exponierter Lage einem Gewerbebauprojekt geopfert werden solle. Sie seien der Meinung, dass ortsbildprägende Gebäude erhalten oder zumindest in neue Gebäude integriert werden sollten.
Mit dem Sonnabend aber nicht genug, am Sonntag, 1. Mai, ging es weiter. So setzte die Dorfgemeinschaft Lintel ihren Baum begleitet von den Dorfmusikanten. Jung und Alt fand sich gleichermaßen auf dem Dorfplatz ein, um den prächtig geschmückten, wenn auch leicht schiefen Baum zu bewundern. Besonders viel Spaß hatten die Kinder beim Setzen ihres Maibaums. Das bestätigte auch Lars (10 Jahre). „Mir macht das Setzen am meisten Spaß.“ Ida (8 Jahre) war da anderer Meinung: „Ich finde das Schmücken am schönsten.“ Gemeinsam um den Baum toben, da haben alle ihre Freude dran.
