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BLOCKADE Mahnwache „notfalls Tag und Nacht“

ULRICH MÜLLER-HEINCK

Wilhelmshaven

Mehrere Dutzend Beschäftigte haben gestern Morgen das Werk der Neue Torde Möbel an der Henschelstraße blockiert, nachdem die Firmenleitung 20 Mitarbeiter aus dem Werk in Hude entsandt hatte, die an Stelle der Wilhelmshavener Arbeiten verrichten sollten.

Firmenchef Robert Vietor hatte wie angekündigt die 117 Wilhelmshavener Beschäftigten, die Mitte Dezember in die Weihnachtspause geschickt worden waren, ab dem 3. Januar freigestellt. Wie berichtet, will er das hiesige Werk ersatzlos schließen. Als Gründe wurden schlechte Auftragslage und zu hohe Miete für die Produktionsstätte genannt.

Umso mehr erstaunte jetzt die Beschäftigten, dass Kollegen aus Hude eigens nach Wilhelmshaven geschickt wurden, um hier tätig zu werden. Dem Vernehmen nach sollten sie im Bereich der so genannten Retouren-Verladung arbeiten, das heißt, den Versand von reklamierten Möbeln an andere Vermarkter und Abnehmer abwickeln.

IG-Metall-Gewerkschaftssekretärin Evelyn Gerdes: „Offensichtlich will die Firmenleitung noch vor dem Einigungsstellen-Termin am Donnerstag in Bremen Pflöcke setzen.“ Und zwar mit dem Ziel der endgültigen Schließung in Wilhelmshaven.

Weil man hier rechtzeitig davon erfahren habe, sei man gestern ab 6 Uhr bei der Mahnwache auf dem Posten gewesen. „Hier geht nichts durch!“ sei den aus Hude gekommenen Beschäftigten bedeutet worden. Eine Auseinandersetzung habe es aber nicht gegeben. Nach Rücksprache der Vorarbeiter mit Hude seien die Leute dann zurückbeordert worden. „Wir haben auch keine Lkw rausgelassen“, so Gerdes.

Vor dem Hintergrund des gestrigen Geschehens fand gestern eine Betriebsversammlung statt. Evelyn Gerdes dazu: „Wir werden die Mahnwachenpräsenz verstärken – wenn‘s sein muss, Tag und Nacht!“


Am meisten ärgere die ablehnende Haltung Vietors zur Wiederaufnahme von Verhandlungen. Schließlich gebe es durchaus Möglichkeiten der Anpassung an die geringere Auftragslage und der Festsetzung einer geringeren Mietzahlung. Im Schlichtungstermin am 6. Januar sei, so Gerdes, vieles offen – von der Betriebsfortführung über einen Arbeitnehmerinteressenausgleich, Sozialplan oder zumindest eine Transfergesellschaft zur Vermittlung/Qualifizierung der Mitarbeiter.

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