BLOHERFELDE - Der Marktplatz bietet viel mehr als nur den Einkauf um die Ecke: Er ist Treffpunkt und nachbarschaftliche Informationsbörse. Für den Klönschnack am Vormittag steht in Bloherfelde seit 14 Jahren auch der Stand von Ursula Muck. Am Freitag bot sie zum letzten Mal ihre Waren feil – die 70-Jährige aus Friedrichsfehn verabschiedete sich in den Ruhestand.
„Die Atmosphäre auf dem Bloherfelder Marktplatz wird mir sehr fehlen“, gesteht sie. Man kennt sich hier, fast alle Einkäufer sind Stammkunden, „ein schnuckeliger Markt“, meint Muck.
Vor 14 Jahren begann die Hobby-Imkerin, hier immer freitags Honig zu verkaufen. Zunächst betrieb sie nur einen kleinen Stand, nach zwei Jahren baute ihr Ehemann aus einem Autoanhänger einen richtigen Marktwagen. Später erweiterte Muck ihr Sortiment: Bienenwachskerzen, Marmelade und gerade ihre selbst gebackenen Brote und Kuchen wurden zum Verkaufsrenner. „Wenn ich mal im Urlaub war“, erzählt Muck, „musste ich gleich mehr backen, weil die Leute auf Vorrat gekauft haben.“
Nun möchte die 70-Jährige kürzertreten – und erwähnt im nächsten Satz, dass sie ihre alte Plattdeutsche Theatergruppe wieder aufleben lassen könnte und dass ihre 50 Bienenvölker und die Arbeit im Edewechter Imkerverein sie weiterhin fordern. „Meine Freizeit ist schon wieder verplant“, lacht Muck.
Ihre Stammkunden und die anderen Marktbeschicker hoffen natürlich, dass die vielbeschäftigte Frau trotzdem an alter Wirkungsstätte vorbeischauen wird. „Ich habe hier immer meinen Honig gekauft“, erzählt Karl-Heinz Christophers, und er habe sich dabei immer sehr über die Gespräche mit Ursula Muck und den anderen Kunden gefreut. „Sie kennt ja alle beim Vornamen.“
So bekommt die Marktfrau am letzten Tag Blumen und einen Geschenkkorb, es gibt Glühwein und Stollen für alle. So ganz nimmt Muck aber doch nicht Abschied: Ihre Bekannte Gerti Haltermann übernimmt den Stand, der Honig kommt weiterhin aus dem Hause Muck. Und die beliebten Backwaren? „Ich habe die Rezepte an Frau Haltermann weitergegeben und mit ihr geübt“, so Muck. „Und sie macht das ganz toll.“
