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AUSSTELLUNG Erst Seefahrer – dann Ziegelbaron

KAI HIPPEN

BOCKHORN - August Lauw ist einer der bedeutendsten Figuren in der Heimatgeschichte Bockhorns. Er hat sich aber auch Ansehen außerhalb der Friesischen Wehde verschafft, wie gerade in Neuharlingersiel demonstriert wird.

Im Buddelschiffmuseum am Hafen des ostfriesischen Küstenortes wurde jetzt eine kleine Sonderausstellung präsentiert. Im Mittelpunkt steht ein Schiff, die „Rastede“, 1852 in Brake gebaut. August Lauw war Kapitän und Miteigner, mit dem Segler verdiente er gutes Geld in einem damals wichtigen Geschäft: dem Transport von Auswanderern.

„Die Auswanderung mit Segelschiffen von der Weser nach Amerika“ ist auch das Thema der Schau im Buddelschiffmuseum. Die „Rastede“ ist aber nicht als Flaschen-Modell vorhanden, sondern als Gemälde, dessen Original sich in der Gaststube von „Janssen's Hotel“ befindet, direkt über dem Museum gelegen. Stolz steht da ein Kapitän auf der Brücke, und stolz war sicher auch August Lauw auf die Dreimastbark gewesen, hatte er doch mit seinem Schiff, mit dem er selbst die Jungfernreise über den Atlantik unternahm, schon nach zwei Jahren Gewinn eingefahren, „27 000 Taler auf fünf Reisen“, wie in der Ausstellung zu lesen ist.

Über Lauw selbst wird auch berichtet, in kurzen, klaren Zügen: „In Bockhorn bei Varel“ habe er geheiratet, auch nach seiner Fahrenszeit geschäftliches Geschick bewiesen, als Landwirt sechs Ziegeleien gegründet, den Straßenbau entscheidend nach vorne gebracht, um seine Produkte besser zu vermarkten. Lauw lebte von 1826 bis 1917, als er starb, „hinterließ er seinen acht Töchtern ein kleines Imperium“.

Davon ist nicht mehr viel geblieben, auch von der „Rastede“ nicht, die 1858 bei Kapstadt havarierte. Geblieben ist aber ein echtes Kleinod, und darauf ist auch Dieter Julius, der Museumswärter, stolz. Er kann das originale Logbuch der ersten fünf Reisen der „Rastede“ vorweisen, von August Lauw geführt. Sicher verwahrt liegt das Logbuch in einer Glasvitrine, erstmals überhaupt wird es der Öffentlichkeit gezeigt. In geschwungner Handschrift hat Lauw seine See-Erlebnisse notiert. Die waren sicher aufregend genug, wenn auch nicht zu vergleichen mit denen auf den Buddelschiffmodellen wie der „Pamir“, der „Fram“ oder der „Kon-Tiki“.


90 Modelle sind zu sehen unter www.buddelschiffmuseum.de

Seemann und Ziegelei-Besitzer

Christian Emil August Lauw

(1826 bis 1917) in Rastede geboren, wo er auch aufwuchs. Zunächst als Schiffsjunge, dann als Matrose, Steuermann, schließlich Kapitän fuhr er zur See. Seiner Ehe mit Elisabeth geb. Meinahlers entstammten acht Töchter und zwei Söhne. In Bockhorn errichtete Lauw 1856 seinen ersten Ziegeleibetrieb, dem bald weitere folgten. Er besaß sieben Ringöfen und 2000 Hektar Land, schon 1870 produzierten die Lauw-Ziegeleien zwölf Millionen Ziegel.brw
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