BOCKHORN - Seit 1993 gibt es den Kalender „Historisches Bockhorn“, und auch für das Jahr 2008 ist er wieder aufgelegt worden. Ab Mittwoch, 12. Dezember, ist er in der Apotheke Bockhorn an der Lange Straße 3 zu erhalten.
Der Apotheker selbst, Dr. Hans-Jürgen Schweizer, hat die Bilder zusammengestellt und die Herstellung bei der Druckerei Berg in Auftrag gegeben. Dabei hat er unter anderem eng mit dem Verein für Heimatgeschichte der Gemeinde Bockhorn zusammengearbeitet, aus deren Beständen er zahlreiche Bilder verwenden konnte.
Zu sehen ist eine der alten Schulen in Grabstede, aufgenommen um 1930, mit im Schnee spielenden Schülern davor – das waren noch Zeiten. Ein Ausruf, der auch für das Februar-Bild gilt: Großer Auflauf vor dem „Landgasthof Junker“. Die Gaststätte ist schon lange geschlossen. Mitte der 50er Jahre wurde das Milchfuhrwerk Eiben im Bockhorner Zentrum fotografiert, der Wagen mit den Milchkannen wurde noch von zwei Pferden gezogen.
„Colonial-Eisen & Kurzwaren“ bot Friedrich Behrens 1936 in seinem Geschäftshaus an der Grabsteder Straße an. Einen Teil seiner Waren wird er wohl per Zug vom Bockhorner Bahnhof bezogen haben, das Mai-Bild zeigt Eisenbahnromantik mit Wasserturm und Waggons. Alles Geschichte.
Maler Rehling ist auch diesmal im Kalender dabei, sein Ölbild zeigt die Bockhorner Ortsmitte mit St.-Cosmas-und-Damian-Kirche und historischen Hemken-Haus am Markt.
Ein Umzug der Turner vor den ehemaligen Häusern der Familien Troue und Menke in Steinhausen schmückt das Juli-Blatt, zu sehen ist auch das heutige Seefahrtsdenkmal. Viele Turner zogen mit, aber manche konnten sich noch keine Schuhe leisten.
Mitdenken ist erwünscht, Apotheker Schweizer (Tel. 04453/7572) würde sich über Hinweise zum August-Bild freuen. Wer kennt die vier Herren, die frohgemut per Kutsche durchs Land ziehen? Der Bockhorner Markt von 1951 mit einem kleinen „Riesenrad“ und der Huchtingsche Hof am Marktplatz gehören zur Sammlung dazu, der Hof war 1978 abgebrochen worden. Die „Niederlage von Brandenbusch Kaffee“ im Geschäftshaus E. Eilers in Steinhausen sowie „Spielwaren Meyer“ an der Lange Straße mit Kaufmann Erich Meyer vermutlich samt Enkel schließen den Bilderreigen ab.
Am Ende fehlt nicht der Hinweis inklusive Beitrittserklärung auf den Verein für Heimatgeschichte, der einst im Jahr 1990 gegründet worden war aus der Überzeugung heraus, dass nur das Interesse der Öffentlichkeit historische Baudenkmäler vor dem Verfall und Abriss retten würde.
