BOCKHORN - Der Ärger scheint programmiert. Es geht um die Wege im Neuenburger Holz, traditionell ein beliebtes Ziel von Spaziergängern, Wanderern und Sportlern. Bislang werden die Waldwege von der Forstverwaltung gepflegt. Das soll sich ändern, wie jetzt im Bockhorner Finanzausschuss bekanntgegeben wurde. Vorsitzender Harald Martens (UWG): „Die Forstverwaltung will sich zurückziehen, um die Wege nicht mehr allein unterhalten zu müssen.“
Es ist kein neues Thema, wie Bürgermeister Ewald Spiekermann sagte: „Das geht schon eine ganze Zeit so, dass die Wanderwege zum Problem werden.“ Nach der Forststrukturreform ist die jetzt selbstständige Landesanstalt Landesforsten gehalten, wirtschaftlich zu arbeiten. Spiekermann in der Sitzungsvorlage: „Als Ergebnis bemerken wir einen verstärkten Holzeinschlag mit großem Maschineneinsatz bei immer geringerer Wegepflege – der Wald wird überwiegend als Wirtschaftsgut gesehen.“ Sein Kommentar im Gremium: „Der Forst soll schwarze Zahlen schreiben, und versucht, Kosten auf die Kommunen abzuwälzen.“
Es gehöre auf der anderen Seite zu den gesetzlichen Obliegenheiten der Gemeinden, Grundflächen in der freien Landschaft für Wege zu bestimmen, sie zu kennzeichnen, zu unterhalten und die Verkehrssicherheitspflicht zu übernehmen. Dem will auch Bockhorn nachkommen. Martens: „Wir werden uns an der Unterhaltung beteiligen müssen, denn unsere Bürger wollen im Wald spazieren gehen.“ Spiekermann: „Es kann nicht sein, dass wir irgendwann nicht mehr in unseren Wald kommen. Wenn wir die Wege nicht pflegen, kommt der Forst mit Schlagbäumen. Wir sind es unseren Bürgern und den Touristen schuldig, etwas zu tun.“
Olaf Nack (UWG) wollte wissen, was denn da an Kosten überhaupt auf die Gemeinde zukomme. Spiekermann: „Das wissen wir noch nicht genau. Uns geht es vor allem um die Hauptstrecken, die Wege zur Jagdhütte, um den Totenweg Richtung Astede.“ Die Pachtzahlungen an das Land Niedersachsen würden mit durchschnittlich 30 Euro je Kilometer Waldweg tragbar sein, die Kosten für die Unterhaltung würden wesentlich höher ausfallen. Die Anforderungen der Verkehrssicherheitspflicht seien erheblich reduziert, da „jede Person, die den Wald betritt, von einer eingeschränkten Wegequalität auszugehen hat.“ Die Verwaltung schlug vor, mit Vereinen und Landwirten kostengünstige Pflegemaßnahmen zu vereinbaren. Die werden ständig notwendig sein, denn nach Einschätzung von Spiekermann wird der Forst auch weiterhin die Holzabfuhr über diese Waldwege abwickeln.
Jedenfalls, so der Bürgermeister, sei eindeutig Handlungsbedarf gegeben, der aufgrund der Lage des Neuenburger Forstes und der Verzahnung der Wege nur von den beiden Gemeinden Zetel und Bockhorn gemeinsam erfüllt werden könne. So lautete denn auch die Beschluss-Empfehlung des Ausschusses: „Die Verwaltung wird ermächtigt, gemeinsam mit Zetel die Umsetzung des Projektes einzuleiten.“
