BOCKHORN - Ein jämmerliches Miauen führte den Mitarbeiter einer Firma im Gewerbegebiet Am Geeschendamm auf die Spur einer kleinen Tierkatastrophe. Der Chef des Bockhorner Kettelservices, Emil Thaden, jedenfalls zeigte sich betroffen über das Vorgehen. Da hatten mitten in der Nacht bislang Unbekannte eine ganze Katzenfamilie auf seinem Firmengelände entsorgt.
Liebevoll gebettet
Allerdings in fast liebevoller Weise, wie Thaden berichtete. Die Katzenmutter mit vier Kätzchen lag in einem Karton auf weichen Decken, alle versehen mit Futter, die Jungen mit Spielzeug. Der Kater daneben befand sich in einem viel zu kleinen Transportkäfig für Hamster oder Meerschweinchen. Diejenigen, die die Katzen ausgesetzt haben, legten die Tiere extra unter einem Dach ab und rollten einen Müllcontainer davor, um sie vor Regen und Wind zu schützen. Es wird den Besitzern wohl schwer gefallen sein, sich von den Tieren zu trennen, folgerte Thaden.
Er schaltete sofort Rolf Scherer ein, der dank seiner guten Verbindungen zum Tierheim in Wilhelmshaven die Katzen in gute Obhut bringen konnte. Selbst konnte Thaden, auch ein ausgewiesener Tierfreund, die Katzen nicht behalten, da sein Hund dieser Spezies nicht besonders freundlich gesonnen ist.
Nun gibt es beim Nachbarbetrieb eine Überwachungskamera, sie wurde ausgewertet mit dem Ergebnis, dass die Katzen mit einem dunklen Kleinwagen moderner Bauart vorgefahren wurden. Thaden und Scherer gehen davon aus, dass insbesondere die Katzenmutter dank ihrer auffallenden Färbung in gelb, schwarz und weiß vielleicht wiedererkannt wird. Alle Tiere sind sehr zutraulich, es sind Wohnungskatzen, wie Thaden sagte.
Rolf Scherer erklärte dazu: Wenn es gelingt, die ehemaligen Besitzer ausfindig zu machen, wird es unweigerlich zu einer Anzeige kommen. Wenn diese Menschen sich allerdings umgehend mit mir unter Telefon 0171/7152514 in Verbindung setzen, kann auf die Anzeige verzichtet und gemeinsam nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht werden.
Viele unkastrierte Tiere
Emil Thaden und Rolf Scherer nehmen die Sache zum Anlass, im allgemeinen darauf zu verweisen: Wir haben ein riesiges Katzenproblem, es gibt zu viele unkastrierte Tiere. Wir appellieren an alle, nicht einfach etwas anzuschaffen, weil es niedlich ist, und hinterher nicht zu wissen, wohin damit. Dann kommt es zu solchen Aktionen. Jeder sollte sich seiner Verantwortung vor dem Leben bewusst sein. Thaden richtete an die Politik die Aufforderung, Kastrierungen durch Zuschüsse zu fördern, wie es in anderen Bundesländern und Städten schon geschehe.
