Bockhorn - Fünf Jahre lang hat der Wienerberger-Konzern versucht, einen Käufer für die stillgelegte Ziegelei Tapken an der Urwaldstraße zu finden – jetzt ist es ihm gelungen. Ein Schüttgutunternehmen aus Neuengland im Ammerland hat das große Gelände mit allen Gebäuden erworben. In den vergangenen fünf Jahren war der ursprünglich von Wienerberger angesetzte Kaufpreis von 700 000 Euro immer weiter gefallen. Für wie viel Geld die Ziegelei nun den Besitzer gewechselt hat, ist nicht bekannt.
Öfen verschwinden
Manfred Ende will die Lagerhallen als Zwischenlagerstätten für Sand und Kies nutzen. Die riesigen Öfen, die noch in den Lagerhallen stehen, will er entfernen. „Die Lagerhallen werden entkernt“, sagt er. Das sei zwar viel Arbeit, aber „durchaus machbar“. Seit einigen Tagen hat die Firma begonnen, den Außenbereich aufzuräumen. „Dadurch, dass da zehn Jahre keine Außenanlagen mehr gepflegt wurden, ist das verwildert“, sagt Manfred Ende.
Zwei Schornsteine stehen auf dem Gelände, einer davon soll gesprengt werden, weil er schon marode ist. Das machen die neuen Besitzer mit einer Fachfirma.
In einer der großen Hallen lagert noch Lehm, der dem Wienerberger-Konzern gehört, und das soll auch so bleiben. Wienerberger pachtet die Halle vom neuen Besitzer. Das Bürogebäude, das hinten auf dem Gelände steht, soll vermietet werden, sagt Manfred Ende. Außerdem kündigt er an, dass das Grundstück voraussichtlich eingezäunt wird – nicht nur, um Unglücke zu vermeiden. Im vergangenen Jahr war der 22-jährige Bockhorner Marcel Lueken von einem der Dächer in die Tiefe gestürzt und gestorben. So etwas soll nicht noch einmal passieren.
Lange Geschichte
Die Klinkerziegelei Tapken hat eine lange Geschichte. Im Jahr 1871 wurde das erste Brandhaus errichtet, im Jahr 1904 folgte der Bau des ersten Ringofens. 2007 hatte der Baustoffkonzern Wienerberger die Ziegelei gekauft, doch bereits ein Jahr später, am 31. Dezember 2008, wurde der Betrieb eingestellt und die Ziegelei stillgelegt.
